Veranstaltungen

Bild: Gabriele Kerkhoff
26. Januar - 03. März

SammelSURIUM

Ausstellung – Sammeln – Leidenschaft oder Spleen?

Privates Rückzugsgebiet oder Austausch in einer Gemeinschaft? Zu bewahrendes Vermächtnis oder…

Ausstellung – Sammeln – Leidenschaft oder Spleen?

Privates Rückzugsgebiet oder Austausch in einer Gemeinschaft? Zu bewahrendes Vermächtnis oder vergebliche Manie? Die Ausstellung stellt das »Sammeln« künstlerisch und dokumentarisch dar. 16 Sammler präsentieren Ausschnitte ihrer Privatsammlungen und geben Auskunft über ihre »Leidenschaft«: ein sehenswertes Sammelsurium verschiedenster Sammelgebiete – von Kunst bis Kitsch, von Alltagsgegenständen bis zu Skurrilitäten. Die Gestalter der Ausstellung sind Mitstreiter der »Keyworker Oberkasselplus«. Es sind engagierte Bürgerinnen und Bürger, die selbstorganisiert und eigeninitiativ arbeiten.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 18.00 Uhr
In Kooperation: Diakonie Düsseldorf, zentrum plus Oberkassel

Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute; Foto Wilfried Meyer
02. März, 19:00 - 21:00

Russlanddeutsche – Stiefkinder der Bundesrepublik Deutschland?

Vortrag und Gespräch mit Dr. Viktor Krieger und Thorsten Klute, Staatssekretär für Integration im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit,…

Vortrag und Gespräch mit Dr. Viktor Krieger und Thorsten Klute, Staatssekretär für Integration im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales

Ursachen und Folgen der wachsenden Politisierung der Russlanddeutschen in der Berichterstattung der deutschen Medien und aus der Sicht der Betroffenen

In jüngerer Zeit sind politische Haltungen in und Äußerungen aus Teilen der bundesrepublikanischen Bevölkerung mit russlanddeutschen Wurzeln verstärkt ins Blickfeld der medialen Berichterstattung und öffentlicher Debatten getreten. Dabei spielte nicht zuletzt die Frage nach der Reichweite und Wirkungsmächtigkeit von Sichtweisen, die in russischen Staatsmedien propagiert werden, eine Rolle. Es wurden auch Bestrebungen von Kräften am rechten Rand des politischen Spektrums erkennbar, Einfluss auf diese Bevölkerungsteile zu gewinnen.
Die Veranstaltung dient dazu, eine nüchterne Bestandsaufnahme vorzunehmen und über allzu vordergründige Betrachtungsweisen hinauszugelangen. Dr. Viktor Krieger, der an der Universität Heidelberg lehrt, ist ein weithin bekannter Experte für Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland. Thorsten Klute, der für Integrationsfragen zuständige Staatssekretär in der nordrhein-westfälischen Landesregierung, ist eng vertraut mit den verschiedenen Aspekten der Einbindung von Menschen mit russlanddeutschen Wurzeln in die westdeutsche Gesellschaft.

07. März, 19:00 - 21:00

Raissa Orlova-Kopeleva – Eine Frau zwischen Russland und Rheinland

Vortrag von Natascha Janovskaja

Die russische Geschichte ist reich an starken Frauen, die die Geschichte und Kultur des Landes nachhaltig prägten.…

Vortrag von Natascha Janovskaja

Die russische Geschichte ist reich an starken Frauen, die die Geschichte und Kultur des Landes nachhaltig prägten. Raissa Orlova-Kopeleva, die Ehefrau des sowjetischen Dissidenten Lev Kopelev, war eine solche herausragende Persönlichkeit: Als Journalistin, freie Schriftstellerin und Expertin für amerikanische Literatur setzte sie sich ebenso wie ihr Mann seit den 1970er-Jahren für die Menschenrechte in der Sowjetunion ein. Mit einem Befehl vom 12. Januar 1981, unterschrieben von Generalsekretär Leonid Brežnev, wurde ihr die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt. Sie ging gemeinsam mit ihrem Mann ins Exil. In Köln nahm sie seinerzeit Heinrich Böll auf. Doch für die russische Frau jüdischer Abstammung war das Leben im Rheinland ein Spagat zwischen zwei Welten. Über ihre Fähigkeit, eine neue Heimat zu gewinnen, ohne die alte aufzugeben, referiert die Diplom-Pädagogin Natascha Janovskaja.

Ignatz Bubis bei einer Podiumsdiskussion, 1998
09. März, 19:00 - 21:00

Ignatz Bubis (1927–1999) – Eine Erinnerung zum 90. Geburtstag

Vortrag von Fritz Backhaus
Schon der Umstand, dass Ignatz Bubis am 12. Januar 1927 im damals zum Deutschen Reich gehörenden Breslau geboren wurde, war…

Vortrag von Fritz Backhaus
Schon der Umstand, dass Ignatz Bubis am 12. Januar 1927 im damals zum Deutschen Reich gehörenden Breslau geboren wurde, war eine Folge der gewaltigen und allzu oft gewalttätigen Verwerfungen im Europa des 20. Jahrhunderts. Seine Eltern waren 1919 aus Russland geflohen, das nach dem Zusammenbruch des Zarenreichs von einem brutalen Bürgerkrieg verheert wurde, der dort noch weit mehr zivile Opfer forderte als der vorangegangene Erste Weltkrieg. Die jüdische Bevölkerung, aus der Bubis‘ Familie stammte, hatte dabei besonders zu leiden. Die Flucht nach Deutschland brachte jedoch alles andere als Sicherheit vor antisemitischer Verfolgung. 1935 floh die Familie in die polnische Heimat von Ignatz Bubis‘ Mutter – im besetzten Polen wurden dann zahlreiche ihrer Mitglieder seit 1939 dennoch Opfer der rassistischen Massenmordpolitik der NS-Diktatur.
Der junge Ignatz Bubis selbst überlebte mit knapper Not, kehrte trotz allem nach Kriegsende nach Deutschland zurück und baute sich als Geschäftsmann erfolgreich eine Existenz auf. Bald übernahm er auch führende Funktionen in der Öffentlichkeit; zunächst in der Jüdischen Gemeinde seines Wohnortes Frankfurt/M., später auch im Zentralrat der Juden in Deutschland. Von 1992 bis zu seinem Tod war Bubis dessen Vorsitzender. Zudem hat er sich auch als aktiver Politiker immer wieder gegen die Diskriminierung von Menschen, gegen Vorurteile und für die freiheitliche Demokratie eingesetzt.
Der Referent Fritz Backhaus ist Stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main und ein ausgewiesener Kenner des Lebens und Wirkens von Ignatz Bubis.

Gerda Taro und Robert Capa
16. März - 15. Mai

Bilder der Solidarität

Ausstellung – Fotos aus dem Spanischen Bürgerkrieg aus dem Nachlass von Alfred Kantorowicz und Gerda Taro

In Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg…

Ausstellung – Fotos aus dem Spanischen Bürgerkrieg aus dem Nachlass von Alfred Kantorowicz und Gerda Taro

In Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Tod der Fotojournalistin Gerda Taro vor 80 Jahren zeigt die von Benedikt Behrens (Hamburg) kuratierte Ausstellung überwiegend unbekannte Fotos aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Nach dem Militärputsch in Spanien am 18. Juli 1936 gingen die beiden Fotografen Gerda Taro und Robert Capa nach Spanien, um den Bürgerkrieg zu dokumentieren. Sie fotografierten die Gräuel des Spanischen Bürgerkriegs von der republikanischen Seite für verschiedene internationale Zeitungen. Am 25. Juli 1937 wurde Gerda Taro während eines Angriffs der deutschen Legion Condor in Spanien von einem Panzer überrollt und verstarb. Die Bilder stammen aus dem Nachlass von Alfred Kantorowicz und Gerda Taro. Die Negative der gezeigten Fotos von Gerda Taro sind erst vor wenigen Jahren im Zusammenhang mit dem Wiederauffinden des legendären »mexikanischen Koffers« entdeckt worden.

Alfred Kantorowicz
21. März, 19:00 - 21:00

Alfred Kantorowicz – ein deutsches Leben

Vortrag von Dr. Jörg B. Bilke

Mit unverkennbarer Bitterkeit resümierte Alfred Kantorowicz (1899–1979), geboren 1899 in Berlin in einer aus dem…

Vortrag von Dr. Jörg B. Bilke

Mit unverkennbarer Bitterkeit resümierte Alfred Kantorowicz (1899–1979), geboren 1899 in Berlin in einer aus dem pommerschen Swinemünde stammenden jüdischen Familie, im Herbst 1960 die ersten drei Jahre seiner Existenz in der Bundesrepublik Deutschland: »Wer drüben raus ist, ist hier auch raus.« Im Sommer 1957 war Kantorowicz, bis dahin Professor für neueste deutsche Literatur an der Ost-Berliner Humboldt-Universität, nach West-Berlin geflohen. Bald übersiedelte er nach München. In der Bundesrepublik zunächst hochwillkommen als Vorzeigeobjekt der antikommunistischen Propaganda im Kalten Krieg, musste Kantorowicz bald lernen, dass er darüber hinaus eigentlich unerwünscht war in der »Adenauer-Republik«. Ein »Linker« immer noch, wenn auch nicht mehr Parteikommunist, ein Ex-Emigrant, ein ehemaliger Offizier der »Internationalen Brigaden« im Spanischen Bürgerkrieg, nein, den wollten viele in der Bundesrepublik eigentlich nicht haben. So kämpfte Kantorowicz lange Jahre gegen die westdeutschen Behörden um die Anerkennung seiner Wiedergutmachungsansprüche als Verfolgter des NS-Regimes – am Ende vergebens. Erst gegen Ende seines Lebens 1979 wurde ihm einige Anerkennung zuteil. Dr. Jörg B. Bilke resümiert das Leben Alfred Kantorowiczs, das ein Lehrstück der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert darstellt.

Filmszene
22. März, 19:00 - 21:00

Opři žebřík o nebe/ Lean a Ladder against Heaven

Film – CZ 2014, 100 min, OmeU, Regie: Jana Ševčíková

Der ungewöhnliche Priester Marián Kuffa ist der Protagonist von Jana Ševčíkovás Dokumentarfilm,…

Film – CZ 2014, 100 min, OmeU, Regie: Jana Ševčíková

Der ungewöhnliche Priester Marián Kuffa ist der Protagonist von Jana Ševčíkovás Dokumentarfilm, für den die tschechische Regisseurin fünf Jahre lang regelmäßig in die Slowakei gefahren ist. Sie zeigt Kuffa bei der Arbeit mit den Bedürftigen und in seiner Freizeit, aber auch mit den Augen der von ihm Betreuten. Zwischen ihnen und der Regisseurin bildete sich in den Jahren ein Vertrauensverhältnis, so dass manche Aussagen vor der Kamera fast an eine Beichte erinnern.  Im Anschluss Skype-Gespräch auf Deutsch mit der Regisseurin

Papst Pius XI.
23. März, 19:00 - 21:00

Paukenschlag am Palmsonntag

Vortrag: Vor 80 Jahren – die Enzyklika »Mit brennender Sorge« wird veröffentlicht; von Prof. Dr. Karl-Josef Hummel

Der Termin war sehr bewusst…

Vortrag: Vor 80 Jahren – die Enzyklika »Mit brennender Sorge« wird veröffentlicht; von Prof. Dr. Karl-Josef Hummel

Der Termin war sehr bewusst gewählt: Der 21. März war der Palmsonntag des Jahres 1937. Traditionell waren die katholischen Kirchen zu Beginn der Karwoche besonders gut gefüllt. Von allen Kanzeln im damaligen Deutschen Reich wurde das päpstliche Rundschreiben »Mit brennender Sorge« verlesen. Das von Papst Pius XI. verantwortete Schreiben ging auf einen Entwurf des Münchner Erzbischofs Michael Kardinal von Faulhaber zurück. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Breslauer Oberhirte Adolf Kardinal Bertram, hatte schwere Bedenken gehegt, denn niemals wurden von kirchlicher Seite die NS-Ideologie und die Kirchenpolitik der NS-Diktatur schärfer und unmissverständlicher öffentlich verurteilt als mit dieser Enzyklika. Bertram befürchtete – wie sich zeigen sollte, nicht zu Unrecht – verschärfte Sanktionen gegen kirchliche Instanzen nach einer Publikation. Das Regime wurde indes völlig überrascht: Vorbereitung, Drucklegung und Verteilung des Schreibens an alle katholischen Pfarreien in Deutschland wurde – trotz einer Vielzahl Beteiligter – vollkommen geheim gehalten, so dass die Verlesung durch den NS-Verfolgungsapparat nicht verhindert werden konnte. Hitler, Goebbels und Himmler tobten. Prof. Dr. Karl-Josef Hummel, langjähriger Leiter der Kommission für Zeitgeschichte in Bonn, referiert über die Entstehung und die Wirkung des spektakulären Rundschreibens.