Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Besuchsmöglichkeiten sowie Ausstellungs- und Veranstaltungsangeboten des GHH

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Besucherinnen und Besucher des Gerhart-Hauptmann-Hauses,

wir freuen uns, dass wir Ihnen nach den durch die Corona-Pandemie bedingten Wochen der Schließung unseres Hauses wieder  allerdings vorläufig noch eingeschränkte – Bildungsangebote machen können. Dabei gelten gemäß den Vorgaben der zuständigen Behörden strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Näheres dazu finden Sie unten. Wir bitten um Verständnis dafür, dass sich angesichts der sich teilweise rasch wechselnden Vorgaben auch kurzfristig Änderungen ergeben können. Insbesondere zu unseren vorläufigen Öffnungszeiten bitten wir Sie die jeweils aktuellen Mitteilungen in unseren elektronischen Medien zu beachten. Selbstverständlich sind auch telefonische Rückfragen unter 0211/16991-11 möglich oder solche per E-mail unter sekretariat(æt)g-h-h.de.

Einige der seit dem Schließungsbeschluß ausgefallenen Veranstaltungen werden mit neuen Terminen nachgeholt. Voraussichtlich wird dies nach der Sommerferienzeit möglich sein. Da momentan eine verläßliche Terminplanung noch immer schwierig ist, bitten wir Sie auch diesbezüglich die jeweils aktuellen Mitteilungen in unseren Medien zu beachten.

Unsere Bibliothek ist seit Montag, dem 25. Mai 2020 wieder geöffnet. Vorläufig gelten neue Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, jeweils 10 bis 12 Uhr. Aufgrund der besonderen Zugangsbedingungen ist auch für den Besuch der Bibliothek eine Voranmeldung zwingend erforderlich. Bitte wenden Sie sich vorab telefonisch (0211/16991-30) oder per E-mail an unser Bibliotheksteam.

Unser Veranstaltungsprogramm wird nach der Sommerpause wieder aufgenommen – jedoch gelten auch hier bis auf Weiteres besondere Einschränkungen und Regeln. Insbesondere besteht zur Wahrung der Abstandsregeln nur ein stark eingeschränktes Platzangebot in unseren Veranstaltungsräumlichkeiten. Dies wird eine Voranmeldung vor Ihrem Besuch zwingend erforderlich machen.

Eingeschränkt ist auch wieder die Nutzung von unseren Räumlichkeiten durch Dritte möglich. Interessenten wenden sich bitte an Herrn Lask (0211/1699118 oder lask(æt)g-h-h.de).

Wir freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen mit Ihnen in unserem Haus!

Das Team des Gerhart-Hauptmann-Hauses

Veranstaltungen

23. September, 19:00 - 20:30

Wurde der Hitler-Stalin-Pakt mit dem Blut deutscher kommunistischer Emigranten besiegelt?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Carola Tischler

 Margarete Buber-Neumann hätte sich zweifellos gefreut, wenn sie das noch erlebt hätte – indes starb…

Vortrag und Diskussion mit Dr. Carola Tischler

 Margarete Buber-Neumann hätte sich zweifellos gefreut, wenn sie das noch erlebt hätte – indes starb sie, 88-jährig, drei Tage vor dem Fall der Berliner Mauer am 6. November 1989. Die gebürtige Potsdamerin hat die Erosion des kommunistischen Machtblocks östlich der Elbe, die lange vor 1989 begonnen hatte, bis zuletzt aufmerksam verfolgt. Sie kannte die Innenansicht des von der Sowjetunion dominierten Imperiums – mit 20 hatte sie sich der KPD angeschlossen, 1935 war sie an der Seite ihres Lebensgefährten Heinz Neumann, der zeitweilig der Parteiführung angehörte, nach Moskau gegangen. Die dort gemachten Erfahrungen haben sie dauerhaft geprägt.

Mit ihrem zuerst 1949 erschienenen Buch »Als Gefangene bei Hitler und Stalin« wurde Buber-Neumann nicht zuletzt zur Kronzeugin nicht nur der brutalen Verfolgung emigrierter deutscher Kommunisten in der stalinistischen UdSSR, sofern deren »Linientreue« angezweifelt wurde, sondern auch der Zusammenarbeit zwischen sowjetischen Geheimdienst NKWD und der Geheimen Staatspolizei der NS-Diktatur. Heinz Neumann war im Frühjahr 1937 in Moskau verhaftet worden, dass er wenige Monate später erschossen wurde, hat Buber-Neumann nie mit Gewissheit erfahren. Als Partnerin eines angeblichen »Verräters« wurde sie ihrerseits vom NKWD verhaftet, die folgende Verurteilung zu fünf Jahren Lagerhaft kann angesichts der damaligen Praxis in der Sowjetunion als milde angesehen werden. Indes hat Buber-Neumann »nur« etwas mehr als zwei Jahre als Zwangsarbeit leistender politischer Häftling in einem GULAG-Lager in Kasachstan verbracht, denn im Frühjahr 1940 wurde sie nach Westen transportiert und an der damaligen deutsch-sowjetischen Demarkationslinie (nach der gemeinsamen Zerschlagung Polens 1939) in die Hände der Gestapo übergeben. Bis zum Frühjahr 1945 blieb sie im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert. Beim Heranrücken der Roten Armee gelang ihr die Flucht nach Westdeutschland.

Margarete Buber-Neumanns Schicksal war kein Einzelfall – vielmehr wurde eine große Zahl deutscher Kommunistinnen und Kommunisten infolge des im August 1939 abgeschlossenen Hitler-Stalin-Paktes ausgeliefert. Anders als Buber-Neumann haben viele andere dies nicht überlebt. Diesem heute wohl weniger bekannten Aspekt des skrupellosen Abkommens der beiden Diktatoren geht Dr. Carola Tischler nach. Die studierte Historikerin ist seit langem beim renommierten Institut für Zeitgeschichte in München tätig und hat sich durch zahlreiche Forschungen und Publikationen den Ruf einer Sowjetunion-Expertin erarbeitet.

 

 In Kooperation mit: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. DGO

29. September, 19:00 - 20:30

Die Sicht der Anderen: das Russlandbild in Deutschland und Polen

 

Vortrag und Diskussion mit Felix Riefer

Bei einer Umfrage des Allensbach-Instituts im Frühjahr 2008 wurde an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus…

 

Vortrag und Diskussion mit Felix Riefer

Bei einer Umfrage des Allensbach-Instituts im Frühjahr 2008 wurde an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Russland die Frage gerichtet: »Mögen Sie eigentlich die Russen/Deutschen oder mögen Sie sie nicht besonders?« 25 % der Deutschen bekundeten grundsätzliche Sympathie für die Russen, umgekehrt aber hatten 45 % der Russen Sympathie für die Deutschen. »Nicht besonders« mochten 35 % der Deutschen die Russen, der umgekehrte Wert lag bei 27 %. 40 beziehungsweise 27 % zeigten sich jeweils unentschieden.

Die damalige Umfrage fand gegen Ende der zweiten Präsidentschaft Wladimir Putins statt. Wenige Monate zuvor hatte Putin anlässlich einer Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz entschieden antiwestliche Töne angeschlagen, so dass in der Medienberichterstattung erstmals wieder das Schlagwort eines »neuen Kalten Krieges« auftauchte.

Heute, mehr als ein Jahrzehnt später, befindet sich Wladimir Putin inmitten seiner vierten Präsidentschaft – und von einer zwischenzeitlich erreichten Entspannung kann kaum die Rede sein. Wie wird Russland heute in Deutschland wahrgenommen – haben sich Zu- und Abneigung verschoben? Welche Rolle spielt in der heutigen wechselseitigen Wahrnehmung noch das Ende des Zweiten Weltkrieges vor nunmehr 75 Jahren? Welches Gewicht haben historische Erfahrungen miteinander generell? Die Konjunkturen der jeweiligen »Bilder vom Anderen«, die in der Öffentlichkeit Vorrang haben, spielen in den Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ländern nach wie vor eine Rolle, wenn auch keine ganz leicht einzuschätzende. Und welche Bedeutung hat geographische Nähe oder Ferne? Sehen »die Polen« »die Russen« anders, weil sie im Unterschied zu den Deutschen deren unmittelbare Nachbarn sind?

Diesen und anderen Fragen geht die Veranstaltung nach. Der Politikwissenschaftler Felix Riefer ist als Russland-Experte ausgewiesen – 1986 wurde er Leningrad, heute wieder St. Petersburg, geboren, ist aber in Bonn aufgewachsen. Die Beschäftigung mit Russland und Deutschland hat bei ihm also eine ganz persönliche, längst aber auch eine wissenschaftliche Dimension. Riefer hat in Köln und Paris studiert; kürzlich hat er an der Universität zu Köln seine Doktorarbeit zur Außenpolitik Russlands unter Wladimir Putin vorgelegt. Er hat zahlreiche Studien- und Forschungsaufenthalte in Russland und anderen postsowjetischen Staaten absolviert. Darüber hinaus hat er zahlreiche einschlägige Beiträge u. a. für die Bundeszentrale für politische Bildung verfasst. Er ist u. a. Beiratsmitglied des Lew-Kopelew-Forums in Köln.

Moderation: Prof. Dr. Winfrid Halder

 

In Kooperation mit: Konrad-Adenauer-Stiftung, Landes- und Regionalbüro Rheinland