Dichter der sarmatischen Landschaft. Zum 100. Geburtstag von Johannes Bobrowski

06. April
19:00 – 21:00

Vortrag von Dr. Jörg B. Bilke
Als Johannes Bobrowski 1965 mit nur 48 Jahren starb, war er gerade dabei, eine feste Größe in der deutschsprachigen Literatur zu werden – in Ost wie in West. Als Lyriker war er ein Solitär – seine Dichtung wird heute in einem Atemzug mit der von Nelly Sachs und Paul Celan genannt. Mit seiner Prosa gehört er in die Reihe der großen »ostdeutschen« Autoren wie Günter Grass, Siegfried Lenz und Uwe Johnson.
In der Nachkriegszeit wandte er sich Sarmatien zu, dem Raum östlich der Weichsel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. Die Landschaft, das Zusammenleben der deutschen, baltischen und slawischen Kulturen, ihre Sprachen und Mythen flossen in sein Werk ein. Am 9. April wäre Bobrowski 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass referiert
Dr. Jörg B. Bilke über Bobrowski. Bilke, geb. 1937, wurde 1961 in Leipzig verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er den als Staatsfeind geltenden Autor Erich Loest besucht hatte. In der DDR-Literatur kennt er sich aus wie kein zweiter.

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