Hans Werner Richter und die Gruppe 47

22. März
19:00 – 21:00

Lesung und Vortrag von Michael Serrer und Prof. Dr. Winfrid Halder zum 25. Todestag von Hans Werner Richter
Ein »pommerscher Querschädel« sei er gewesen, schrieb Hellmuth Karasek in seinem Nachruf auf Hans Werner Richter, nachdem dieser im März 1993 in München verstorben war. Tatsächlich bewahrte sich Richter, der 1908 in dem Dorf Neu Sallenthin auf Usedom geboren wurde, zeitlebens eine enge Beziehung zu seiner Heimat. Dies obwohl er diese schon als junger Mann verlassen hat und nie wieder dauerhaft zurückkehrte. Zeitweilig KPD-Mitglied, stets in Distanz zum NS-Regime, begann gewissermaßen das »eigentliche« Leben des gelernten Buchhändlers in der amerikanischen Kriegsgefangenschaft seit 1943. Richter konnte eine Zeitschrift konzipieren, die der geistigen Neuorientierung der deutschen Jugend dienen sollte. Er knüpfte dabei Kontakte, die für den Rest seines Wirkens als Autor und Literaturvermittler wichtig blieben, etwa zu Alfred Andersch. Im September 1947 lud Richter erstmalig zu einem Treffen jüngerer Autorinnen und Autoren ein, die sich gegenseitig eigene, zumeist noch ungedruckte Texte vorlasen. Dazu kamen von Richter handverlesene Kritiker und Verleger. Aus den an wechselnden Orten stattfindenden Zusammenkünften, die er bis 1967 organisierte, ging die »Gruppe 47» hervor, die niemals feste institutionelle Form annahm, gleichwohl seit Ende der 1950er-Jahre das literarische Geschehen in der Bundesrepublik Deutschland mitbestimmte.
In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

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