Prüfstein des Charakters. Witold Pilecki (1901–1948) und der Kampf gegen die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts

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17. September
19:00 – 21:00

Im September 1940 ließ sich der polnische Offizier Witold Pilecki im besetzten Warschau bewusst verhaften – wenige Tage später war er Häftling Nr. 4859 im erst seit kurzem bestehenden Konzentrationslager Auschwitz. Pilecki, der der geheimen polnischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzungsmacht angehörte, hatte zwei wesentliche Aufträge: einerseits sollte er im Lager, dessen Häftlinge damals zum größten Teil polnische Bürger waren, Widerstandsgruppen aufbauen, andererseits sollte er Berichte über die Zustände dort nach außen schmuggeln. Beides hat Pilecki geschafft, obwohl er selbst der äußerst brutalen Behandlung durch die Wachmannschaften unterlag und in ständiger Lebensgefahr schwebte. Er selbst sprach später davon, das Lager sei der »Prüfstein des Charakters«.

Nach seiner Flucht aus Auschwitz im Sommer 1943 beteiligte sich der verheiratete Familienvater und gläubige Katholik Pilecki weiter am Kampf gegen die Besatzer. Als Polen 1944/45 von der Roten Armee besetzt und eine kommunistische Diktatur errichtet wurde, setzte er den Widerstand mit gleicher Entschlossenheit fort. Im Frühjahr 1948 wurde Witold Pilecki verhaftet, schwer gefoltert und nach einem Schauprozess am 26. Mai 1948 ermordet. Die Veranstaltung erinnert 70 Jahre nach seinem Tod an Witold Pilecki, der bislang in Deutschland kaum bekannt ist. Zugleich wird die Arbeit des 2016 gegründeten »Witold Pilecki Center for Totalitarian Studies« in Warschau vorgestellt.

In Kooperation mit: Polnisches Institut Düsseldorf

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