Fukushima: Eine notwendige Erinnerung. Fotografien von Kenji Higuchi über die Opfer von Kernenergie, Atomkraft und Krieg

Bild: Kenji Higuchi
22. Februar - 10. Mai
18:00 – 20:00

Ausstellung

Eröffnung: 22. Februar, 18 Uhr

In Kooperation mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zeigt das Gerhart-Hauptmann-Haus Arbeiten des 1937 in Nagano, Japan geborenen bekannten Fotojournalisten Higuchi Kenji. Wir erinnern an die Aufnahme der deutsch-japanischen Beziehungen, die vor 160 Jahren mit der sogenannten Eulenburg-Mission begann. Der Ostpreuße Friedrich Albrecht Graf zu Eulenburg (geb. 1815 in Königsberg, gest. 1881 in Schöneberg) stand im Oktober 1859 als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister an der Spitze der Preußischen Ostasienexpedition. Durch Eulenburgs große Beharrlichkeit und Geschick kamen die Handels-, Freundschafts- und Schifffahrtsverträge 1861 mit Japan und zunächst dem Staat Preußen zustande. Deutsch-Japanische Gesellschaften gründeten sich in Deutschland seit den 1880er-Jahren.

Wir erinnern gemeinsam mit dem aus japanischen und deutschen Mitgliedern bestehende Verein »Sayonara-Nukes-Düsseldorf« zugleich an den siebten Jahrestag der Dreifachkatastrophe in Fukushima mit großartigen Fotografien des namhaften Fotokünstlers Kenji Higuchi.

Eine von Giftgasen geschädigte Insel, Badegäste am Strand des nahen Mihama-Atomkraftwerks (AKW), Menschen mit Gesichtsmasken, verstrahlte Arbeiter in den AKWs, ein risikoreicher Atomtransport, verfälschte Strahlendosis-Daten – seit über 40 Jahren dokumentiert Kenji Higuchi Schicksale einzelner »Opfer des industriellen Wohlstands in Japan«, die unter Kernenergie, Atomkraft und Krieg gelitten haben und noch leiden. Seine eindrucksvollen Fotografien zeigen die Schattenseiten des rapiden wirtschaftlichen Wachstums in Japan, die Umweltschäden und die damit verbundenen Erkrankungen der Bevölkerung.

Bereits seit den 1970er-Jahren begleitet er japanische AKW-Leiharbeiter, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und großer Gefahr ausgesetzt sind. Higuchi fotografierte und dokumentierte auch die Nachwirkungen der Giftgasproduktion auf der vor Hiroshima gelegenen Insel Ōkunoshima. Nach dem Genfer Vertrag ist die Verwendung von Giftgas untersagt. Deshalb wurde die Existenz dieser Fabrik streng geheim gehalten und die Insel von der japanischen Landkarte gestrichen. 2001 erhielt Higuchi Kenji für seine Aufklärungsarbeit den Nuclear-Free-Future-Award der NGO »World Uranium Hearing«. 

Laufzeit der Ausstellung: 22.03. bis 10.05.2019

In Kooperation mit: Deutsch-Japanische Gesellschaft Dortmund

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