1949. Das lange deutsche Jahr

Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-P099027
26. September
19:00 – 20:30

Lesung und Gespräch mit Christian Bommarius

Die Bundesrepublik wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. 1949 brachten die ersten Bundestagswahlen Konrad Adenauer ins Kanzleramt, Theodor Heuss wurde Bundespräsident, Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik. Damit begann in der Mitte Europas ein auf den ersten Blick bizarres Experiment. Ausgerechnet auf den Ruinen im Westen des politisch, wirtschaftlich und moralisch bankrotten Deutschland sollte eine Demokratie entstehen. Das Experiment musste gelingen, weil die drei westlichen Besatzungsmächte im Kalten Krieg ein demokratisches Westdeutschland als Gegengewicht zur DDR wollten. Andererseits waren die Erfolgsaussichten besorgniserregend, denn die Westdeutschen waren auch Jahre nach dem Ende des Weltkrieges auf die Demokratie nicht vorbereitet.

Christian Bommarius erzählt so kundig wie kurzweilig die Geschichte des langen Jahres 1949, das bereits 1948 einsetzt, als mit Währungsreform und Auftrag zur Verfassungsbildung die Weichen in Richtung Bundesrepublik gestellt wurden. Er schildert zentrale und marginale Episoden aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Alltagsleben. Sein Buch ist ein buntes Panoptikum der frühen Bundesrepublik – und birgt eine höchst aktuelle Botschaft: demokratisches Denken und Handeln muss gegen Widerstände gelebt werden, damals wie heute.

Christian Bommarius, geb. 1958, studierte Germanistik und Rechtswissenschaft. Nach journalistischen Stationen, u. a. als Korrespondent der Deutschen Presseagentur, war er von 1998 bis 2017 Redakteur der Berliner Zeitung. Seit 2018 ist er Kolumnist der Süddeutschen Zeitung. Für sein publizistisches Werk wurde Bommarius der Heinrich-Mann-Preis verliehen.

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