»Die Künstler der DDR haben einen ganz besonders komplizierten Kampf zu kämpfen.«

Transparente nach dem Tag der Republik 1969 - Die Verurteilung des Lukullus, Walter Ulbricht
Foto: Erich Braun, Wikipedia
09. Dezember
19:00 – 20:30

Bert Brechts und Paul Dessaus »Lukullus«-Oper und die Kunstpolitik der frühen DDR
Kommentierte Lesung (mit Musikbeispielen) mit Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder

Bis hinauf in die oberste Parteispitze der SED war die Kontroverse um das neue, im März 1951 zur Uraufführung in der (Ost-)Berliner Staatsoper angesetzte Gemeinschaftswerk von Bert Brecht (Text) und Paul Dessau (Musik) gelangt. »Das Verhör des Lukullus« war den in der jungen DDR herrschenden Spitzengenossen nicht genehm: der Text zu pazifistisch, die Musik zu modern, »dem Volk unverständlich«, gar »formalistisch«, kurzum das Gegenteil dessen, was der große Lehrer Josef Stalin zur einzig wahren Kunst erklärt hatte. Das »Volk« allerdings, nämlich die in die als geschlossene Veranstaltung durchgeführte Premiere beorderten Mitglieder der Parteijugend FDJ, reagierte nicht mit den befohlenen Buhrufen, sondern mit spontaner Begeisterung. West-Berliner Zeitungen berichteten enthusiastisch, der nachgeschobene Verriss im SED-Zentralorgan »Neues Deutschland« konnte nicht verhindern, dass die »von ganz oben« angeordnete sofortige Absetzung des Stücks vom Spielraum zum kunstpolitischen Fiasko des »fortschrittlichen« deutschen Teilstaates wurde.

Begleitprogramm zur Ausstellung »Utopie und Untergang. Kunst in der DDR« im Kunstpalast Düsseldorf (5. September 2019 bis 5. Januar 2020)

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