Marianne Moore
Rose Ausländer
15. Mai - 13. Juli

»Liebstes Fräulein Moore – Wonderful Rose«. Rose Ausländer und Marianne Moore

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 15. Mai, 19 Uhr mit einem Vortrag von Helmut Braun

Rose Ausländer emigrierte 1946 ins Exil nach New York. Die Shoa hatte sie…

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 15. Mai, 19 Uhr mit einem Vortrag von Helmut Braun

Rose Ausländer emigrierte 1946 ins Exil nach New York. Die Shoa hatte sie nachhaltig gezeichnet. Psychisch und physisch krank war ihr Dichten nicht möglich. Als sie diese Lebensphase überwunden hatte, schrieb sie ihre Gedichte in englischer Sprache. Das Schreiben in der Muttersprache, die »zur Mördersprache geronnen« war, war ihr verwehrt. Zeitgenössische amerikanische Dichterinnen und Dichter wurden ihre Vorbilder. Bald aber fand sie zu ihrem eigenen meisterhaften Stil. Die berühmte amerikanische Poetin Marianne Moore wurde ihr zur Freundin. Die Ausstellung zeigt Manuskripte und Typoskripte der englischen Gedichte, den Briefwechsel zwischen Rose Ausländer und Marianne Moore und Fotos und Dokumente aus den Jahren 1947 bis 1956. 

Laufzeit der Ausstellung: 16. Mai bis 13. Juli 2019

In Kooperation mit: Helmut Braun (Köln) und der Rose Ausländer-Gesellschaft e. V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e. V., Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

28. Mai, 19:00 - 21:00

Leonid Breschnew und die Deutschen

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. Victor Dönninghaus

Im Dezember 1979, vor knapp 40 Jahren, traf das Politbüro der KPdSU eine seiner folgenschwersten…

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. Victor Dönninghaus

Im Dezember 1979, vor knapp 40 Jahren, traf das Politbüro der KPdSU eine seiner folgenschwersten Entscheidungen: Verbände der Roten Armee erhielten den Befehl zum Einmarsch in das benachbarte, von schweren inneren Konflikten zerrissene Afghanistan. Formal trug der amtierende Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU die Hauptverantwortung für diesen Schritt, der damals 73-jährige Leonid Breschnew. Dieser, aus einer ukrainischen Arbeiterfamilie stammend, galt, seit er im Oktober 1964 an die Stelle seines früheren Förderers Nikita Chruschtschow getreten war, als einer der mächtigsten Männer der Welt. Indes war 1979 hinter den Mauern des Moskauer Kreml längst bekannt, dass Breschnew kaum noch handlungsfähig war – er hatte mehrere Schlaganfälle hinter sich, seine langjährige Tablettensucht tat ein Übriges. Gleichwohl traf Breschnew ein Gutteil der Mitverantwortung für das verlustreiche Debakel, in das die Rote Armee in Afghanistan geriet, und das das Ende der Sowjetunion ein gutes Jahrzehnt später mit einläutete.

Leonid Breschnew war nach Josef Stalin der am längsten amtierende Parteichef der Sowjetunion. Mit Deutschland verband ihn viel: Seine politische Karriere begann als Politoffizier im Krieg gegen NS-Deutschland, in dem er als Untergebener Chruschtschows aufstieg. 1969/70 war er der erste Verhandlungspartner von Bundeskanzler Willy Brandt. Breschnew war auch der erste sowjetische Parteichef, der die Bundesrepublik Deutschland besuchte, zuerst 1973, erneut dann 1978 und 1981. Auch mit der DDR und deren kommunistischem Parteichef Erich Honecker war er eng verbunden. Victor Dönninghaus, Experte für die Geschichte der Sowjetunion, betrachtet den auf keinen einfachen Nenner zu bringenden politischen Lebensweg Leonid Breschnews.