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Oktober 2017

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01. September - 08. Oktober

In der Wahrheit leben – Aus der Geschichte von Widerstand und Opposition in den Diktaturen im 20. Jahrhundert

Ausstellungseröffnung: 1.September – 17.00 Uhr
EINFÜHRUNG: Dr. Katja Schlenker  Kuratorin GHH | Thorsten Nolting  Vorstandsvorsitzender Diakonie…

Ausstellungseröffnung: 1.September – 17.00 Uhr
EINFÜHRUNG: Dr. Katja Schlenker  Kuratorin GHH | Thorsten Nolting  Vorstandsvorsitzender Diakonie Düsseldorf | Manfred Binder Keyworker Oberkasselplus

Die deutsch-polnische Ausstellung »In der Wahrheit leben - Aus der Geschichte von Widerstand und Opposition gegen die Diktaturen im 20. Jahrhundert« ist eine Wanderausstellung der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung aus dem niederschlesischen Kreisau. Sie zeigt an ausgewählten Biografien oppositionelles, widerständisches Handeln gegen den Nationalsozialismus und in kommunistischen Diktaturen der ostmitteleuropäischen Länder nach dem Zweiten Weltkrieg – in Polen, der Tschechoslowakei, in der DDR.

Schwerpunkt des in Düsseldorf gezeigten Programms liegt auf dem Widerstand des »Kreisauer Kreises«, einer Gruppe, die sich 1940 um Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg bildete und deren gewaltfreies Ziel eine staatliche und gesellschaftliche Neuordnung für Deutschland nach dem Ende des NS-Regimes war. Der Name »Kreisauer Kreis« ist angelehnt an das Gut Kreisau der Familie von Moltke. Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden auch zahlreiche Mitglieder des Kreisauer Kreises verhaftet. Helmuth James von Moltke schriebt in einem seiner letzten Briefe vor seiner Hinrichtung in Berlin Plötzensee: » … wir werden gehenkt, weil wir zusammen gedacht haben«.

In Kooperation mit: Deutsch-Polnisches Jugendwerk, Kreisau-Initiative und Keyworker Oberkasselplus

15. September - 27. Oktober

Deutschland zwischen Besatzungszonen und Zwei-Staaten-Lösung (1945–1957)

Ausstellung Briefmarkenmotive
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste das besiegte Deutschland völlig neu strukturiert werden. Die Siegermächte…

Ausstellung Briefmarkenmotive
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste das besiegte Deutschland völlig neu strukturiert werden. Die Siegermächte beschlossen die Teilung des Landes in vier Sektoren. Diese Teilung bestimmte das Leben und nahm Einfluss auf die Verwaltung in den einzelnen Sektoren. So auch auf ihre Post und die Gestaltung der Briefmarken. Heute fungieren diese als stumme Zeitzeugen und geben Aufschluss über Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung der Besatzungsmächte. So spiegeln sie die Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit wider und präsentieren neue Vorbilder und Werte.
Die Basis für diese Ausstellung bildet die Briefmarkensammlung von Uwe Lejeune, welche er der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Die Ausstellung wird in sechs Themenblöcken von je sechs Wochen Laufzeit vor der Bibliothek (2. Etage) gezeigt.
Laufzeit der Ausstellung: 15. September bis 27. Oktober

Ratinger Straße, Düsseldorf in den 30er Jahren
04. Oktober, 19:00 - 21:00

Widerstand und Resistenz in Düsseldorf während des Nationalsozialismus

Die Veranstaltung fällt wegen Krankheit leider aus.

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Vortrag »Wir wollten nicht untätig bleiben«…

Die Veranstaltung fällt wegen Krankheit leider aus.

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Vortrag »Wir wollten nicht untätig bleiben«
Noch Anfang der 1930er-Jahre war Düsseldorf eine heterogene Stadt mit unterschiedlichen Milieus. Trotz weitreichender Überwachung- und Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten gab es Gruppen und Personen, die sich dem System entgegenstellten. Der Vortrag skizziert die verschiedenen Aspekte von Widerstand in Düsseldorf. Im Anschluss spricht Dr. Henkel, Mitarbeiter der Mahn- und Gedenkstätte, mit Peter Neyses, dessen Eltern ihre jüdische Bekannte Erna Etscheit im Souterrain ihres Hauses in Oberkassel versteckten.
In Kooperation mit: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf 

Granaten aus dem Ersten Weltkrieg, künstlerisch von Soldaten bearbeitet, vor historischem Bild einer Granatenwerkstatt; Ausstellung Haus der Europäischen Geschichte
05. Oktober, 07:30 - 21:00

Politik vor Ort – Besuch im Europäischen Rat und im Haus der Europäischen Geschichte

Tagesexkursion nach Brüssel
Die Europäische Union erlebt schwierige Zeiten. Das Zutrauen der Europäer in das größte Friedensprojekt seit dem Zweiten…

Tagesexkursion nach Brüssel
Die Europäische Union erlebt schwierige Zeiten. Das Zutrauen der Europäer in das größte Friedensprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg schwindet, Kritik und Skepsis machen sich breit. Der Vorwurf, dass »Brüssel« über die Köpfe der Europäer hinweg Entscheidungen treffe, ist ein oft gebrauchter und trotzdem falscher Vorwurf: Die EU verfügt über verschiedene miteinander verflochtene Institutionen, die die gemeinsame europäische Politik gestalten. Der Europäische Rat, die Versammlung der nationalen Regierungschefs, ist dabei maßgeblich für die Richtungsentscheidungen verantwortlich. Diese Institution wollen wir in Brüssel näher kennenlernen und vor Ort die Grundlagen und Perspektiven europäischer Politik diskutieren. Weiter steht ein Besuch im 2017 neu eröffneten »Haus der europäischen Geschichte« auf dem Reiseplan. Was uns Europäer verbindet und wie sich die europäische Geschichte entwickelt hat, zeigt das neue Museum im Brüsseler Europaviertel und lädt zum Gedankenaustausch über Europas Zukunft ein.
Kosten: 36,10 € inkl. Fahrtkosten; Anmeldeschluss: 11.09.2017; Anmeldung über die VHS Düsseldorf, Info unter 0211-899-4150; Treffpunkt: Neuss HBF, Busparkplatz, 7.30 Uhr (pünktlich); Nähere Infos: Dr. Sabine Grabowski, 0211-16991-13 grabowski@g-h-h.de; Hinweis: gültiger Ausweis erforderlich

10. Oktober, 18:00 - 20:00

Das Treibhaus

Spielfilm nach dem Roman von Wolfgang Koeppen
D 1987, 99 Min., Drehbuch und Regie: Peter Goedel
»Das Treibhaus« gilt noch heute als ein Schlüsselroman…

Spielfilm nach dem Roman von Wolfgang Koeppen
D 1987, 99 Min., Drehbuch und Regie: Peter Goedel
»Das Treibhaus« gilt noch heute als ein Schlüsselroman über die Anfangsjahre der jungen Bundesrepublik. Wolfgang Koeppen beschreibt darin den inneren Zustand Westdeutschlands in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt steht das Scheitern des linken Idealisten und Bundestagsabgeordneten Felix Keetenheuve. Nach dem Dritten Reich aus dem Exil zurückgekehrt, kämpft er gegen die Wiederbewaffnung und für die Wiedervereinigung. Doch der tägliche Umgang mit den Trägern der Macht und ihren Intrigen lassen ihn am Ende desillusioniert zurück. 1987 verfilmte Peter Goedel das Buch. Mit Musik von Richard Wagner und der fließenden Erzählstimme Rüdiger Voglers unterlegt, liegt der Schwerpunkt des Films weniger auf der Handlung als in der atmosphärischen Aufbereitung des Bonner Klimas. Eingebunden ist der Film in ein Interview mit dem Autor Wolfgang Koeppen.
Der Drehbuchautor und Regisseur Peter Goedel studierte Literatur- und Theaterwissenschaften. Nach Engagements als Dramaturg und Regieassistent realisiert er heute Spielfilme und Fernsehspiele. Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur

11. Oktober, 19:00 - 21:00

Zatajené dopisy / Suppressed Letters

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2015, 52 Min., OmeU, Regie: Tomáš Kudrna
In der Gemeinde Květušín wurde 1950 ein bemerkenswertes soziales…

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2015, 52 Min., OmeU, Regie: Tomáš Kudrna
In der Gemeinde Květušín wurde 1950 ein bemerkenswertes soziales Experiment unternommen, welches das Leben vieler Menschen grundlegend beeinflusst hat. Ziel war es, junge Roma zu erziehen und sie zu kultivierten und gebildeten Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft zu machen. Dazu wurden sie von ihren Familien getrennt und mehr oder weniger freiwillig in die Internatsschule des Erziehers und Lehrers Miroslav Dědíč gebracht.
Regisseur Tomáš Kudrna, der den Verlauf und die Folgen dieses sozialen Versuches thematisiert, hat sich in das Museum der Romakultur in Brno begeben und Zeitzeugen aus der Roma-Schule ausfindig gemacht. Erstaunlicherweise befürworten sie bis heute die Trennung von ihren Familien und erinnern sich gerne und mit Nostalgie an die Schulzeit und an ihren Lehrer. Bei der Spurensuche und in den Erinnerungen der Protagonisten schwingt jedoch auch Ungesagtes mit. Die Trennung von den Familien und die konfiszierten Briefe der Eltern sind für die ehemaligen Schüler auch nach vielen Jahren noch ein schwieriges Thema.
Die Dokumentation wurde 2015 beim Internationalen Festival für populärwissenschaftliche Filme »Academia Film Olomouc« als bester Film ausgezeichnet.


Im Anschluss Skype-Gespräch mit dem Regisseur

12. Oktober, 10:40 - 17:00

Die Zisterzienser – Das Europa der Klöster

Tagesexkursion zur Sonderausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn
Die Klostergründungen der Zisterzienser wie Altenberg, Heisterbach und Marienstatt…

Tagesexkursion zur Sonderausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn
Die Klostergründungen der Zisterzienser wie Altenberg, Heisterbach und Marienstatt schmücken nicht nur das Rheinland und den Westerwald. In Frankreich im 10. Jahrhundert begründet, breitete sich das Netzwerk der weißgekleideten Ordensleute im Hochmittelalter über ganz Europa aus. Die Klosteranlagen sind Kleinodien mittelalterlicher Bau- und Sakralkunst. Vor allem im östlichen Europa prägt die Backsteingotik ihrer Kirchen bis heute das Landschaftsbild. Doch nicht nur die Baukunst war bedeutend, auch die Schriftkunst wurde gepflegt und brachte bedeutende mittelalterliche Handschriften hervor. Das Landesmuseum Bonn hat Kunstschätze aus ganz Europa zusammengetragen, um das Leben der Zisterzienser anschaulich zu präsentieren.
Kosten: 20 €, plus Fahrtkosten (ca. 10 €); Fahrkosten werden vor Fahrtbeginn auf die Teilnehmer umgelegt (Schöner-Tag-NRW/VRS-Gruppenticket)
Anmeldung über die VHS Düsseldorf, Info unter: 0211-899-4150; Treffpunkt: Düsseldorf HBF »Servicepoint«, 10.40 Uhr (pünktlich), Abfahrt 10.58 Uhr
Anmeldeschluss: 11.10.2017

12. Oktober, 19:00 - 21:00

Der Deutsche Orden und die Reformation

Vortrag von Prof. Dr. Udo Arnold
Die römisch-katholische Gemeinschaft des Deutschen Ritterordens wurde 1190 zur Zeit der Kreuzzüge im Heiligen Land…

Vortrag von Prof. Dr. Udo Arnold
Die römisch-katholische Gemeinschaft des Deutschen Ritterordens wurde 1190 zur Zeit der Kreuzzüge im Heiligen Land gegründet. Seit dem 13. Jahrhundert spielte der Orden im Ostseeraum eine wichtige Rolle. Dort gründete er auf einem Gebiet östlich von Thorn und Danzig bis hinauf zur Memel den Deutschordensstaat. Die Reformation und die durch sie ausgelösten Umbrüche in Europa stellten den Deutschen Orden vor erhebliche Probleme. 1525 trat der Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach, zum protestantischen Glauben über und vollzog damit den Wandel des katholischen Ordenslandes Preußen zum ersten protestantischen Herzogtum Europas.
Udo Arnold, Professor i.R. der Universität Bonn, erklärt in seinem Vortrag die politischen Zusammenhänge, die den Ausschlag für den Konfessionswechsel gaben und erläutert die Folgen, die sich daraus für die spätere Geschichte des Ordens ergaben.

17. Oktober, 19:00 - 21:00

Raissa Gorbatschowa, Russlands First Lady

Vortrag von Natascha Janovskaja
Sie war eine ebenso feminine wie elegante Frau: Als ihr Mann, Michail Gorbatschow, 1985 das Amt des Generalsekretärs…

Vortrag von Natascha Janovskaja
Sie war eine ebenso feminine wie elegante Frau: Als ihr Mann, Michail Gorbatschow, 1985 das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der Sowjetunion übernahm, würdigten die westlichen Medien sie als »kommunistische Lady mit Pariser Chic«. Man war aus dem Kreml anderes gewohnt und spottete wohlwollend: »Die erste Kremlfrau, die weniger wiegt als ihr Mann!« Raissa Gorbatschowa (1932–1999) war gebildet, intelligent und zielstrebig. Nachdem Michail Gorbatschow die Leitung von Partei und Staat übernommen hatte, wurde sie einer weltweiten Öffentlichkeit bekannt und prägte das Bild der Sowjetunion in der Zeit von Glasnost und Perestrojka. Über das Leben der außergewöhnlichen First Lady aus Moskau berichtet Natascha Janovskaja.

18. Oktober, 19:00 - 21:00

Mein Polen – meine Polen

Buchpräsentation und Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth, Prof. Dr. Dieter Bingen und Prof. Dr. Matthias Weber
Anlässlich des 25. Jahrestages…

Buchpräsentation und Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth, Prof. Dr. Dieter Bingen und Prof. Dr. Matthias Weber
Anlässlich des 25. Jahrestages des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages ist im vergangenen Jahr »Mein Polen – meine Polen« erschienen. Die Anthologie enthält Beiträge von 44 Persönlichkeiten aus Deutschland, die eine besondere Verbindung zu unserem östlichen Nachbarland haben. Die Autorinnen und Autoren schildern individuelle Zugänge zu Polen und ihre Beziehungen zu den polnischen Nachbarn. Dabei stehen allgemeine Reflexionen über das Land, persönliche Beziehungen zu dortigen Partnern und Freunden oder auch Gedanken zu den deutsch-polnischen Beziehungen im Vordergrund. Es ist zu spüren, was Polen und die Polen für die Autorinnen und Autoren bedeuten.
Dieter Bingen und Matthias Weber stellen das Buch vor und führen mit Co-Autorin Rita Süssmuth ein Gespräch über ihre Beziehung zu Polen.

In Kooperation mit: Polnisches Institut Düsseldorf und Stiftung Martin Opitz-Bibliothek

 

 

25. Oktober - 15. Januar

Bohuslav Fuchs – Architekt der Avantgarde

Ausstellungseröffnung: 25. Oktober 2017 – 18.00 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 26. Oktober 2017 bis 15. Januar 2018

Brünn/Brno – heute die zweitgrößte…

Ausstellungseröffnung: 25. Oktober 2017 – 18.00 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 26. Oktober 2017 bis 15. Januar 2018

Brünn/Brno – heute die zweitgrößte Stadt Tschechiens ist so etwas wie ein Bilderbuch des Bauens im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. In »Klein-Wien« mit einer blühenden Textilindustrie gab es damals genügend Bauherrn, die nicht nur Geld, sondern auch Lust auf Neues hatten. So entstand in Brünn/Brno eine solche Dichte an funktionalistischen Bauten, wie es sie damals nur in Frankfurt, Rotterdam und Tel Aviv gab. Wohnsiedlungen für die Arbeiter, ein riesiges Messegelände, Villen, Hotels, Kinos, Cafés, Läden, Schwimmbäder, Tanzhallen, Bars, Grabanlagen. Neben der Villa Tugendhat von Mies van der Rohe bauten viele tschechische und deutsche Architekten im Sinne der Moderne. Einer von ihnen war Bohuslav Fuchs (1895–1972), dessen Bauten man heute auf Schritt und Tritt in Brünn wiederfindet. In der Ausstellung kommen zwölf tschechische und slowakische Architekten unserer Zeit zu Wort, die ausgewählte funktionalistische Bauten von Bohuslav Fuchs kommentieren – beispielsweise das Café Zeman als eines seiner ersten realisierten Projekte, das ikonische Hotel Avion, die monumentale Trauerhalle auf dem Brünner Zentralfriedhof oder das weitläufige Stadtbad Zábrdovice. Die Aussagen werden mit ergänzenden Dokumentationen, historischen Fotografien und aktuellen Fotos vom heutigen Zustand der Bauten belegt.

In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Düsseldorf

Begleitprogramm: Film am 15.November über Bohuslav Fuchs

27. Oktober, 19:00 - 21:00

Jaroslav Durych: Unerkannt durch Deutschland

Lesung und Gespräch mit der Übersetzerin Brigit Krehl
Trotz angeblicher Reiseunlust begibt sich der tschechische Romancier und Militärarzt Jaroslav…

Lesung und Gespräch mit der Übersetzerin Brigit Krehl
Trotz angeblicher Reiseunlust begibt sich der tschechische Romancier und Militärarzt Jaroslav Durych (1886–1962) im Sommer 1925 von Mähren aus auf eine Eisenbahnreise durch den Nordosten Deutschlands. Nicht als »rasender Reporter« wie der Prager Egon Erwin Kisch, sondern misstrauisch und unauffällig wie ein »Schakal« will er »durch Deutschland schleichen«. Anlass für die Reise ist sein Vorhaben, einen Roman über den böhmischen Adligen und legendären Feldherrn Wallenstein zu schreiben. Als Reiseziele wählt er deshalb Stralsund, Magdeburg und Lützen, einst Schauplätze dieses Krieges, während die Großstädte Berlin, Leipzig und Dresden nur Zwischenstationen sind. Nicht zu übersehen ist indes, dass das Interesse des Autors weitaus mehr dem gegenwärtigen Deutschland und den »befremdlichen« Deutschen gilt, hat er doch neben einer Wallenstein-Monographie auch jede Menge Klischees und Ressentiments im Gepäck. Jaroslav Durych gehörte in der Zwischenkriegszeit zu den renommiertesten und sprachgewaltigsten tschechischen Autoren. Durychs Reiseerzählung Unerkannt durch Deutschland ist, mit Ironie und Selbstironie nicht geizend, eine unterhaltsame, oft auch amüsante Lektüre.
Birgit Krehl, die das Buch ins Deutsche übertragen hat, ist Bohemistin und promovierte Literaturwissenschaftlerin. Seit 2000 ist sie mit dem Schwerpunkt Polonistik als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Slavische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Potsdam tätig.

In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Düsseldorf