Internationales Studentenprojekt

Friedhof Klein Pasken
Bei den Aufräumarbeiten auf dem Friedhof in Klein Pasken/Paski Małe finden die Studierenden ein altes Grabkreuz
Altes Grabkreuz mit masurischer Inschrift
Kindergräber auf dem Friedhof in Groß Pasken/Paski Wielkie
Deutsche und polnische Studenten bei den Aufräumarbeiten auf dem Friedhof in Klein Pasken/Paski Mały
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes 2017

 

Verlorene Dörfer in Masuren

Ein deutsch-polnisches Projekt in der Johannisburger Heide


Projektidee

Die deutsch-polnischen Beziehungen haben die europäische Geschichte in ganz besonderer Weise geprägt. Der deutsche Überfall auf Polen 1939 zerstörte das Zusammenleben; am Ende des Zweiten Weltkrieges stand die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Die Region Masuren, Teil der Provinz Ostpreußen, bewohnt von polnisch-, litauisch-, russisch-, masurisch- und deutschsprachigen Menschen wurde 1944/45 besonders hart vom Vormarsch der Roten Armee und der anschließenden Übernahme durch die polnischen Behörden getroffen. Viele Dörfer an der ehemaligen Grenze des Deutschen Reiches gingen in Flammen auf, wurden geplündert, und die Ruinen dienten anschließend dem Wiederaufbau an anderen Orten. Die Masuren hörten auf zu existieren.

Seit einigen Jahren bemüht sich die Initiative Sadyba Mazury darum, die Spuren der verlorenen masurischen Dörfer sichtbar und das gemeinsame deutsch-polnische Kulturerbe erfahrbar zu machen.

Im September 2017 hat die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus gemeinsam mit Sadyba Mazury und der Stiftung Borussia in Olsztyn ein internationales Projekt in der Johannisburger Heide durchgeführt, bei dem Studierende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Ermländisch-Masurischen Universiät in Olsztyn zwei Friedhöfe der verschwundenen Dörfer Groß und Klein Pasken wieder freigelegt und ihre Geschichte dokumentiert haben.

Gemeinsam befreiten 14 Studierende der Geschichtswissenschaft und der Landschaftsarchitektur die noch vorhandenen Gräber vom Moos und restaurierten mit Unterstützung der Denkmalpflegerin Magdalena Schneider die Grabanlagen. Bei Recherchen im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin und dem Staatlichen Archiv/Archiwum Państwowe Olsztyn konnten die Geschichtsstudierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Nonn (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Dr. Sabine Grabowski (GHH) verschiedene Dokumente über die Dörfer Groß und Klein Pasken auswerten. Die polnischen Studierenden erarbeiteten mit der Landschaftsarchitektin Dr. Marta Akincza detaillierte Pläne der alten Friedhöfe. In einer gemeinsamen Dokumentation werden die Ergebnisse dieser Kooperationsarbeit veröffentlicht.

Mit Hilfe der Oberförsterei Johannisburg/Nadleśnictwo Pisz werden vor Ort zweisprachige Hinweisschilder aufgestellt, die über die Geschichte der verschwundenen Dörfer und die Besonderheiten ihrer Friedhöfe informieren.

Ergänzend werden kurze Filme über das Projekt mittels QR-Code auf den Hinweistafeln abrufbar sein. Damit unterstützt das Projekt auch die touristische Infrastrukturentwicklung der heutigen Region Masuren.

Unterstützt wurden die Arbeiten der Studierenden von Schülerinnen und Schülern der Oberschule in Pisz.

Weiter Infos unter:
https://sadybamazury.wordpress.com/deutsch
http://borussia.pl 

Kooperationspartner

• Stowarzyszenie na rzecz Ochrony Krajobrazu Kulturowego Mazur „Sadyba“/ Verein zum Schutz der Kulturlandschaft Masuren „Sadyba“

• Stowarzyszenie Wspólnota Kulturowa „Borussia“ w Olsztynie/Verein Kulturgemeinschaft „Borussia“ in Olsztyn

• Regionaldirektion der Staatlichen Wälder in Białystok – Oberförsterei Johannisburg /Regionalna Dyrekcja Lasów Państwowych w Białymstoku – Nadleśnictwo Pisz

• Stowarzyszeniem Przyjaciół Starego Ogólniaka, Pisz/Verein der Freunde des Alten Gymnasiums in Pisz