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Zuchthaus Waldheim, historische Aufnahme © Wikipedia
 

Zuviel Interesse für Literatur oder Wie man als westdeutscher Student in ein DDR-Zuchthaus kommen konnte.

Vortrag von Dr. Jörg Bernhard Bilke

Wir kennen seinen Preis genau: 40.000 Deutsche Mark hat er gekostet. Das nämlich war der Betrag, den die damalige Bundesregierung zahlte, um den inzwischen 27-jährigen Germanistikstudenten der FU Berlin im August 1964, fast genau drei Jahre nach seiner Verhaftung durch den Staatssicherheitsdienst der DDR in Leipzig, wieder freizubekommen. Bilkes kritisches Interesse besonders am literarischen Geschehen in der SED-Diktatur, das er auch durch Beiträge in Studentenzeitungen zum Ausdruck brachte, trug ihm die Haftstrafe ein, die er bis zum Freikauf unter anderem im berüchtigten Zuchthaus Waldheim abzusitzen hatte. Wieder in Freiheit und nach Beendigung seines Studiums langjähriger Mitarbeiter des Ostdeutschen Kulturrates, ließ Bilkes Interesse an der DDR keineswegs nach. Bis heute ist er einer der besten Kenner von deren innerer Entwicklung und insbesondere Literatur. Jörg Bernhard Bilke erinnert aus eigener Erfahrung an ein Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte, das nicht vergessen werden darf.

 

Veranstaltungsreihe:70 Jahre Volksaufstand in der DDR – Der 17. Juni 1953 – ein vergessenes Erinnerungsdatum der deutschen Geschichte?