5. Ausgabe der Online-Reihe »Offene Fragen: Deutsch-Polnische Verflechtungen und Asymmetrien«
Warum befasst man sich an der Peripherie fernab von Berlin oder Warschau überhaupt mit der Geschichte und Kultur des jeweils anderen Landes? Was sind die Herausforderungen, was für ein Publikum gibt es dafür lokal und vielleicht überregional, und warum soll man sich überhaupt in Düsseldorf mit polnischen und in Olsztyn mit deutschen Spuren befassen?
Teilnehmer: Kornelia Kurowska, Vorsitzende der Stiftung Borussia aus Olsztyn und Dr. Sabine Grabowski, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf, Marcel Krueger, Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer.
Kornelia Kurowska ist Absolventin der Germanistik an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń und seit 1993 im Umfeld der Borussia Olsztyn tätig. Sie leitet Schulungen, Fortbildungen und Seminare in den Bereichen Projektarbeit und interkulturelle Bildung und konzipiert, erarbeitet und berät bei Programmen der nichtformalen Bildung. Seit 2006 ist sie Vorsitzende der Stiftung »Borussia«. Seit über 30 Jahren fördert »Borussia« erfolgreich den deutsch-polnischen Dialog auf ultra-lokaler Ebene. 1990 als Kulturgemeinschaft von Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern gegründet, die sich der Erforschung des deutschen Erbes von Ostpreußen und dem kulturellen Dialog widmet, hat die »Borussia« seit 2013 ihren Sitz im Mendelsohn-Haus, dem ersten Bauwerk des berühmten Architekten Erich Mendelsohn (1887–1953), das heute als Zentrum für interkulturellen Dialog dient. Borussia setzt sich nicht nur mit der deutschen Vergangenheit auseinander, sondern organisiert auch eine Vielzahl zeitgenössischer kultureller Aktivitäten: im Mendelsohn-Haus finden Lesungen, Konzerte und Ausstellungen statt. (http://borussia.pl/)
Dr. Sabine Grabowski ist seit 2014 Mitarbeiterin der Stiftung Gehart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf und für Projekte im Bereich »Bildung und Begegnung« verantwortlich. Nach ihrer Promotion an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf arbeitete sie an der RWTH Aachen und in der Redaktion der Zeitschrift OSTEUROPA vor allem zu Themen der deutsch-polnischen Beziehungen. Sie ist Preisträgerin des Richeza-Preises des Landes Nordrhein-Westfalen 2018/19 und 2022/23, Produzentin des vom Polnischen Internationalen Filmfestival 2019 in Warschau als bester Dokumentarfilm ausgezeichneten Films »Im Rücken der Geschichte« von Daniel Raboldt und Preisträgerin des NRW-Wettbewerbs »Europa bei uns zuhause 2023«.
Marcel Krueger ist ein deutsch-irischer Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer. Als Essayist und »Erinnerungsarbeiter« im Sinne Martin Pollacks schreibt er auf Englisch und Deutsch über Erinnerung, Identität und Exil in Europa. Seine zahlreichen Artikel und Essays sind u.a. in The Guardian, der Süddeutschen Zeitung, der Irish Times, der Zeitung Merkur, Przekrój, New Eastern Europe, CNN Travel und dem Dialog Forum erschienen, und zu seinen deutschsprachigen Buchveröffentlichungen zählen u.a. »Von Ostpreußen in den Gulag. Eine Reise auf den Spuren meiner Großmutter« (Reclam, 2019) und »Island - Eine Insel und ihre Bücher« (Reclam, 2021). 2019 war er der Stadtschreiber von Allenstein/Olsztyn im Rahmen eines Stipendiums des Deutschen Kulturforums östliches Europa. (marcelkrueger.eu)
Eine Veranstaltung des Deutsch-Polnischen Hauses.
