Laufzeit der Ausstellung: 21. November 2026 bis Ende Januar 2027
Taras Polataiko setzt sich in seinen Arbeiten mit Erinnerung, Identität, Geschichte sowie den Folgen von politischen Umbrüchen, Gewalt und Katastrophen auseinander. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er mit Projekten zur ukrainischen Geschichte, zum kulturellen Gedächtnis und zu den Nachwirkungen historischer wie gegenwärtiger Konflikte.
Besonders eng ist sein Werk mit seiner Heimatstadt Czernowitz (Tscherniwzi) verbunden. Dort begibt er sich auf die Spurensuche nach den verborgenen Schichten der Stadtgeschichte und macht vergessene oder verdrängte Erinnerungsorte wieder sichtbar. Wie ein Archäologe legt er die kulturellen Sedimente des einst habsburgisch geprägten, von vielen Kulturen durchdrungenen Czernowitz frei und holt sie zurück in den öffentlichen Raum.
Bereits 2008 thematisierte Polataiko mit seiner Arbeit »Kyiv Classical« die historische Unterdrückung der ukrainischen Sprache und Kultur. Ausgangspunkt war das Emser Dekret von 1876, das den Gebrauch des Ukrainischen massiv einschränkte. Mit seiner künstlerischen Intervention in Bad Ems machte er das Verschwinden eines Erinnerungszeichens selbst zum Gegenstand der Kunst und verwies damit auf Mechanismen von Auslöschung und kultureller Vereinnahmung, die bis heute wirken.
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Videoarbeiten, Fotografien, Performances und Dokumentationen künstlerischer Interventionen. Sie geben Einblick in das vielschichtige Werk eines Künstlers, der Erinnerung nicht als statisches Archiv begreift, sondern als lebendigen Prozess des Wiederentdeckens, Befragens und Neu-Erzählens.
Im Mittelpunkt stehen Arbeiten, die sich mit der Geschichte von Czernowitz, mit den Spuren imperialer Herrschaft sowie mit Erinnerungskultur und der Frage beschäftigen, wie Vergangenheit im Stadtraum und im kollektiven Gedächtnis sichtbar bleibt oder verschwindet.
Im Rahmen der Reihe »Ukraine is here«




















