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Holodomor. Begriff-Geschichte-Einordnung.

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Alexander Wöll

Am 29. November 2022 debattierte und beschloss der Deutsche Bundestag eine Resolution, die zuvor von den Fraktionen von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gemeinsam eingebracht worden war. Gegenstand war der »Holodomor«, ein Begriff, der aus der ukrainischen Sprache kommend, den von der damaligen sowjetischen Staatsführung um Josef Stalin gezielt herbeigeführten Hungertod von Millionen Menschen vor allem in der Ukraine bezeichnet. Die Vorgänge erreichten 1932/33, vor 90 Jahren also, ihren grausigen Höhepunkt. Nach langen kontroversen Debatten in Geschichtswissenschaft und Politik, die keineswegs nur in der Ukraine, Russland und Deutschland geführt wurden, hat der Bundestag nunmehr mit den Stimmen der antragstellenden Fraktionen unzweideutig Stellung bezogen: Der Holodomor ist als Völkermord einzuordnen (»https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw48-de-holodomor-923060). Zugleich stellte das Parlament fest: »In Deutschland und der Europäischen Union ist der Holodomor bislang nur wenigen Menschen bekannt«, andererseits aber habe er als »zutiefst traumatisches, grausames und leidvolles Kapitel der eigenen Geschichte« das nationale Bewusstsein in der Ukraine geprägt.

Prof. Dr. Alexander Wöll (Universität Potsdam) ist einer der besten Ukraine-Experten in Deutschland und wird in seinem Vortrag das historische Geschehen und die Kontroverse um dessen Bewertung veranschaulichen und diskutieren.