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Irmgard Keun: Kind aller Länder

Szenische Lesung mit den Schauspielerinnen Petra Kuhles und Christiane Lemm

1938 im Exil schrieb die 1905 in Charlottenburg geborene, in Köln aufgewachsene Irmgard Keun mit 33 Jahren ihr Buch »Kind aller Länder«. Zwei Jahre zuvor war Keun, die bereits 1931 mit ihrem ersten Roman »Gilgi, eine von uns« einen aufsehenerregenden Erfolg erzielt hatte, aus NS-Deutschland emigriert, nachdem sie immer stärker mit dem Regime in Konflikt geraten war. In »Kind aller Länder« lässt sie die zehnjährige Kully in einem ungekünstelten Erzählton, kindlich naiv und doch erstaunlich abgeklärt von ihrem Leben in der Emigration erzählen. Sie nimmt uns mit auf ihre rast- und heimatlose, abenteuerliche Flucht quer durch Europa und bis nach Amerika. »Kind aller Länder« gibt tiefe Einblicke in die Situation der Emigranten in Europa. Und ist dadurch – wie viele Werke der Autorin – merkwürdig zeitlos. Gleichzeitig ist der Roman ein anrührendes Porträt des Paares Joseph Roth (1894–1939) und Irmgard Keun. Keun hatte den seinerseits emigrierten Schriftsteller-Kollegen 1936 kennengelernt. Beide verband in den Nöten des Exils eine tragische Liebesbeziehung. Seit 1945 lebte Irmgard Keun wieder in Köln, als Autorin weitgehend vergessen und in ärmlichen Verhältnissen. Erst kurz vor ihrem Tod im Mai 1982 wurde ihr wieder verstärkt Aufmerksamkeit zuteil.

Petra Kuhles und Christiane Lemm sind erfahrene Theaterschauspielerinnen, die unter anderem viele Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen waren. In jüngerer Zeit treten sie häufig zusammen mit eigens von ihnen konzipierten und inszenierten Lesungen auf.

 

Im Rahmen der Düsseldorfer Literaturtage 2023