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Johanna von Herzogenberg, ©Sudetendeutsches Institut e.V.
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Kulturelle Brücken in Europa.

Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945

Ausstellung im Ausstellungsraum »Rose Ausländer«
Laufzeit der Ausstellung: 02. Februar bis 22. April 2023

Als Adelige aus Böhmen und Mähren nach 1945 Brücken über politische, nationale und gesellschaftliche Grenzen hinweg schlugen, war ihr Wirken von Kultur, Menschlichkeit und christlichem Glauben geprägt. Dank ihrer familiären Verbindungen sowie der Zugehörigkeit zu europäischen und christlichen Netzwerken und geleitet von einem ererbten Verantwortungsgefühl, trugen auch sie schließlich zur politischen Wende im Jahr 1989 bei.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren die Adeligen in den böhmischen Ländern nach und nach ihre zentrale Rolle in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diejenigen, die als Deutsche galten, enteignet und vertrieben. Von denjenigen, die sich als Tschechen betrachteten, flohen viele nach dem kommunistischen Umsturz 1948 aus dem Land. Wie ihre Landsleute mussten die Adeligen im Exil aus dem Nichts neue Existenzen aufbauen. Trotzdem halfen auch sie materiell und finanziell, auf offiziellen und heimlichen Wegen, gründeten Hilfswerke und informierten in den Medien über das Geschehen diesseits und jenseits der Grenzen. Sie hielten das Bewusstsein für die gemeinsamen kulturellen Wurzeln wach.

Die Ausstellung möchte die Wahrnehmung für diesen Abschnitt der Vergangenheit schärfen, der einen bedeutenden Mosaikstein der mitteleuropäischen Geschichte im 20. Jahrhundert bildet. Bislang wird dieses Thema in der Forschung nur wenig bis kaum beachtet, vermutlich auch weil es in der Regel abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit stattfand. Darüber hinaus können inzwischen nur noch wenige Zeitzeugen berichten.

Beleuchtet wird unter anderem das Leben und Engagement von Johanna von Herzogenberg, Karl Schwarzenberg, Pater Angelus Waldstein-Wartenberg OSB, Nikolaus Lobkowicz, Franz Schwarzenberg, Richard Belcredi, Ferdinand Kinsky, Daisy Waldstein-Wartenberg und Familie Thun. Neben den Biografien und Aktivitäten einzelner Persönlichkeiten zeigt die Ausstellung auch die Hintergründe ihres Engagements, die sich aus der Einstellung des Adels zum Eigentum, zum Kulturerbe, zur Nation, aber auch aus der christlichen Weltanschauung ergeben.

Gezeigt werden Filme, Fotografien, Schriftstücke und Objekte aus privatem Besitz und öffentlichen Archiven und Museen, begleitet durch diverse Ausstellungstafeln und multimediale Angebote. Die Ausstellung ist durchgängig zweisprachig deutsch-tschechisch konzipiert.

In Kooperation mit: Adalbert Stifter Verein e.V. und Generalkonsulat der Tschechischen Republik