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©Radu Darvas
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Ausstellung: »Wiedergutmachung«. Fotografien aus Siebenbürgen von Radu Darvas

Laufzeit der Ausstellung: 09. September bis 13. November 2026

Radu Darvas (1973 in Rumänien geboren, 2015 in Dresden verstorben) wuchs während des Ceaușescu-Regimes in Rumänien auf. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Bukarest und hielt sich aus familiären Gründen oft in Siebenbürgen auf. Mitte der 1990er-Jahre zog er nach Dresden, um sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste fortzusetzen. Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien stammen aus Viscri/Deutsch-Weißkirch, einer Gegend, die heute vom Tourismus geprägt ist. Zur politischen Wendezeit und auch danach verblieb dort überwiegend die ältere Generation der Siebenbürger Sachsen in den Dörfern. Die besonderen Momente und Begegnungen im Alltag dieser Menschen hielt der Künstler mit sensiblem Blick mit der Kamera fest. In einem Haus der Initiative Rumänien e. V., in dem Vereinsmitglieder, Reisende und Bukarester übernachteten, sich in der Küche trafen und gemeinsam Musik hörten, kam er mit vielen jungen Leuten in Kontakt, insbesondere aus Ostdeutschland und aus evangelischen Kirchengemeinden aus ganz Deutschland, die sich für Kultur, Landschaft und die Menschen in Siebenbürgen interessierten. Tagsüber half man den Dorfbewohnern auf dem Feld, im Haus und im Hof und erledigte Besorgungen für den Verein und die Dorfbewohner. Gespannt hörte man deren Geschichten zu. Radu war immer mit seiner Kamera dabei und hielt Momente fest, die aus heutiger Perspektive hundert Jahre weit weg zu sein scheinen. Die frühen Schwarz-Weiß-Fotografien aus Siebenbürgen entwickelte Radu Darvas noch manuell im Badezimmer seiner Bukarester Plattenbauwohnung. Nach seinem frühen Tod im Jahr 2015 verblieben mehrere hundert Negative und Dutzende analoge Schwarz-Weiß-Fotografien, insbesondere aus Siebenbürgen und Rumänien, aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren im Nachlass seiner Familie. Mittlerweile ist Viscri Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Auswanderung und touristische Erschließung haben für gravierende Veränderungen im Ort gesorgt. Das Interesse gerade der jüngeren Generation an Siebenbürgen ist aber nicht vergangen. Der Titel der Ausstellung »Wiedergutmachung« meint: einen kleinen Frieden mit sich selbst schließen.

Die begleitenden Veranstaltungen, darunter ein Erzählcafé und eine Lesung, werben für die Region und die Kultur der Siebenbürger Sachsen.

Die Kuratorin der Ausstellung »Wiedergutmachung« in Düsseldorf ist Mira Darvas, die Tochter Radus. Sie ist ausgebildete Holzbildhauerin und absolviert derzeit einen Aufbaustudiengang im Fach Museumswissenschaften an der Universität Leipzig. Sie ist in Dresden aufgewachsen, eng mit der Geschichte Siebenbürgens verbunden und kehrt immer wieder zu den Wurzeln ihrer Familie zurück. Vor wenigen Jahren lebte und arbeitete sie eine Zeit lang in Siebenbürgen als Burghüterin des Vereins »Europäisches Jugendbegegnungszentrum Kirchenburg Holzmengen e.V.«

Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus und der Landesgruppe der Siebenbürger Sachsen Nordrhein-Westfalen

ⓘ Kontakt Ausstellung und Sammlung

Dr. Katja Schlenker
Tel. 0211 / 16991-23
E-Mail: schlenkerg-h-hde