Ludwig Tieck (1773–1853) wird bis heute unter die bedeutendsten Dichter der deutschen Romantik gerechnet. Der gebürtige Berliner wuchs in einem bildungsaffinen Handwerkerelternhaus auf, studierte in Göttingen und Erlangen und brach 1794 sein Studium ab, um sich ganz seiner dichterischen Neigung zu widmen. Seine frühen Werke (darunter der Roman »Franz Sternbalds Wanderungen«, 1798) wirkten maßgeblich auf die Ausprägung der literarischen Romantik. Mit vielen Dichter-Kollegen, darunter Novalis (Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, 1772–1801) oder Clemens Brentano (1778–1842), stand Tieck in enger persönlicher oder brieflicher Verbindung. Neben seinen eigenen literarischen Werken war Tieck als Übersetzer tätig. So war er mit August Wilhelm Schlegel (1767–1845) an der bis heute maßgeblichen Übertragung der Werke William Shakespeares (1564–1616) beteiligt.
Die Novelle »Der Weihnachtsabend« gehört zu den späten Werken Ludwig Tiecks. Sie wurde zuerst 1853, kurz vor Tiecks Tod, veröffentlicht. Wir lassen uns – wohl versorgt mit Gebäck – von der intensiven Atmosphäre und wunderschönen Sprache verzaubern.
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