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Slowakei 2017

Europas unbekannte Mitte – Kultur und Geschichte im Herzen des Kontinents

Im Juli 2016 hat die Slowakei die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union übernommen. Es handelt sich um eine Premiere: Seit das Land im Rahmen der EU-Osterweiterung 2004 gemeinsam mit Polen, Ungarn, Slowenien und den drei baltischen Staaten der EU beigetreten ist, übernimmt es erstmals bis zum Jahresende 2016 diese wichtige Funktion. Auch seine Hauptstadt Bratislava (Preßburg) wird damit verstärkte Aufmerksamkeit erhalten. So steht die Slowakei immerhin zeitweilig im Mittelpunkt des (medialen) europäischen Interesses, ein Land, das recht besehen geographisch ohnehin die Mitte des alten Kontinents darstellt.

 

Trotz ihrer zentralen Lage dürfte die Slowakei indes noch immer zu den weniger bekannten Regionen Europas zählen – was allerdings nicht am Mangel an kulturellem und historischem Reichtum liegt. Vielmehr begründet sich dies vor allem in einer Eigenart der slowakischen Geschichte: Sie ist ein junger Staat in Europa. Im Juli 2017 wird die Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit der Slowakei 25 Jahre zurückliegen. Als diese zum 1. Januar 1993 wirksam wurde, begann zum ersten Mal überhaupt die Existenz eines wirklich souveränen slowakischen Staates. In den Jahrhunderten zuvor war die heutige Slowakei durchweg Teil größerer Staatsgebilde und ihre Bevölkerung war stets gemischt aus unterschiedlichen Nationen: Slowaken, Ungarn, Tschechen, Deutsche, Polen, Ruthenen (Ukrainer) und Roma lebten in ihr mit- und nebeneinander und bescherten der Slowakei ein dementsprechend vielfältiges kulturelles und historisches Gepräge. Dieses ist heute noch vielfach sichtbar, wenngleich das gewaltsame 20. Jahrhundert die ethnische Vielfalt der Slowakei zwar nicht völlig beseitigt, aber stark geschmälert hat.

 

Bald nachdem die Geschichte des heute slowakischen Raumes im frühen Mittelalter überhaupt erst in der Gegenwart noch nachvollziehbare Konturen zu gewinnen begann,