Der Pakt zwischen dem deutschen Diktator Adolf Hitler (1889–1945) und dem sowjetischen Diktator Josef Stalin (1878–1953), der am 23. August 1939 in Moskau von den beiden Außenministern der Partnerstaaten unterzeichnet wurde, war formal ein Nicht-Angriffs-Abkommen. Im berüchtigten, bis 1945 geheimen Zusatzprotokoll indes wurde eine weitreichende Neuaufteilung der Territorien des östlichen Mitteleuropa vereinbart und bald darauf mit kriegerischen Mitteln umgesetzt. Im öffentlichen (Geschichts-)Bewusstsein in Deutschland wird der auf brutale Expansion ausgerichtete Vertrag zumeist mit der wenige Tage später beginnenden militärischen Zerschlagung Polens in Verbindung gebracht. Das ist zwar richtig, der Umstand jedoch, dass auch die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland sowie das benachbarte Finnland in drastischer Weise betroffen waren, ist meist ungleich weniger bekannt.
Prof. Dr. Manfred Kittel,als Experte für die Geschichte des ostmitteleuropäischen und osteuropäischen Raums seit langem ausgewiesen, nimmt den Hitler-Stalin-Pakt noch einmal genauer in den Blick und analysiert ihn insbesondere hinsichtlich der von der Sowjetunion dabei verfolgten Absichten. Dabei kann er nicht zuletzt Kontinuitätslinien zur früheren imperialen Politik des russischen Zarenreichs aufzeigen. Eine derartige Analyse hilft auch dabei, die derzeitige Außenpolitik Russlands besser zu verstehen.
Im Rahmen des Wenzel-Jaksch-Forums
Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus und dem Bund der Vertriebenen – Landesverband NRW e.V.
