Begleitprogramm zur Studienreise Bulgarien 2026 – Offen für alle Interessierten!
Die historische Landschaft der Dobrudscha ist heute aufgeteilt auf die Staatsgebiete Bulgariens, Rumäniens und der Ukraine. Die Region hat eine bis in die Antike zurückreichende Geschichte. Zwischen dem 1. und dem 3. Jahrhundert n. Chr. war sie Teil des Römischen Reiches. Später gab es wechselnde Herrschaftsverhältnisse, bis die Dobrudscha Anfang des 15. Jahrhunderts vom Osmanischen Reich erobert wurde. Sie wurde zu einer Region besonderer ethnischer, kultureller und religiöser Vielfalt, Christen verschiedener Bekenntnisse, Muslime und Juden, Bulgaren, Rumänen, Türken, Ukrainer und Russen lebten dort über Jahrhunderte nebeneinander. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch eine beträchtliche Zahl deutscher Siedlungen. Mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert fiel die Dobrudscha an die neu gegründeten Staaten Rumänien und Bulgarien. Die Dobrudscha-Deutschen wurden 1940 auf Druck der NS-Diktatur in das damalige Gebiet des Deutschen Reiches »ausgesiedelt«. An Geschichte und Kultur der Dobrudscha lässt sich exemplarisch die zerstörerische Wirkung nationalistischer Ideologien vor allem seit dem 19. Jahrhundert auf zuvor ethnisch-kulturell vielfältige europäische Regionen aufzeigen.
Privatdozent Dr. Tobias Weger hat sich als Historiker auf Südosteuropa und seine Geschichte spezialisiert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas und lehrt zugleich an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
