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»Die Kirche blieb im Dorf« –

Evangelische Kirchen in Masuren nach Krieg, Flucht und Vertreibung 1945

Die evangelische Kirche spielte in Ostpreußen über Jahrhunderte eine prägende Rolle. 1525 löste Markgraf Albrecht von Brandenburg, letzter Hochmeister des Deutschen Ordens, den Deutschordensstaat auf und führte die Reformation ein. Er gründete das Herzogtum Preußen, das erste protestantische Land der Welt. Diese religiöse Prägung spiegelte sich in der Vielzahl eindrucksvoller Kirchenbauten wider, von denen viele noch heute existieren. Der Zweite Weltkrieg hat nicht nur die politischen Grenzen und die nationale Zusammensetzung der Bevölkerung dieser Region verändert. Die Deutschen flohen oder wurden vertrieben, das Land zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Im polnischen Teil, heute Ermland und Masuren, wurden Menschen aus anderen östlichen Regionen (zwangs-)angesiedelt, die überwiegend katholisch oder orthodox waren. Sie beanspruchten nun Raum für ihre religiösen Bedürfnisse, doch die Übernahme der ehemals evangelischen Kirchengebäude verlief nicht immer friedlich.

In einem deutsch-polnischen Gemeinschaftsprojekt sollen diese Übernahmeprozesse von Studierenden der Universitäten Warschau, Olsztyn/Allenstein und Düsseldorf untersucht und das Schicksal einiger ausgewählter Kirchengebäude für eine Wanderausstellung erarbeitet und dokumentiert werden.
Im Herbst 2026 wird die Ausstellung in einem Workcamp in Masuren erarbeitet und soll im Frühjahr 2027 in Deutschland und Polen präsentiert werden.

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Dr. Sabine Grabowski
Tel. 0211/16991-13
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