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Ein Blick hinter Mauern - Kraft aus Krisen schöpfen.

Buchvorstellung und Gespräch mit Marie-Luise Knopp u. a.

Für Marie-Luise Knopp war es keine leichte Entscheidung, als sie sich 2018 entschied, ihre Hafterfahrungen im berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck erstmals mit der Öffentlichkeit zu teilen und ein Buch darüber zu veröffentlichen. Die überraschend große Resonanz auf »Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg. Burg Hoheneck und ein Leben danach« haben der studierten Lehrerin und individualpsychologischen Beraterin gezeigt, dass viele andere Menschen mit ähnlichen Traumata zu kämpfen hatten, wie auch sie selbst. Marie-Luise Knopp wurde wegen »versuchter Republikflucht« von der SED-Diktatur eingesperrt und dadurch auch von ihrem kleinen Sohn getrennt. Das war mit dem Freikauf in die Bundesrepublik Deutschland natürlich nicht abgetan. Marie-Luise Knopp besitzt die Gabe, Anderen zuzuhören und sie zu ermutigen, über schwierige Dinge zu sprechen, die oft eine sehr persönliche Dimension haben, die gleichwohl uns allen bekannt sein und nicht vergessen werden sollten. 2020 kam ihr zweites, der DDR-Erinnerung gewidmetes Buch »Freundschaft trotzt Mauern: Überleben in und nach Hoheneck« heraus. Dieses zeigte noch deutlicher, dass Marie-Luise Knopp nicht nur für sich, sondern für viele Opfer der SED-Diktatur spricht – und dass es ihr wichtig ist, gerade jüngere Menschen mit derart drastischen Erfahrungen, aber auch dem Umgang damit in Berührung zu bringen. Jetzt liegt neuerdings das dritte Buch vor: »Ein Blick hinter Mauern. Kraft aus Krisen schöpfen«. Hier geht es der einst Inhaftierten – aber auch anderen Menschen, die tiefe Einschnitte in ihrem Leben zu verkraften hatten – besonders um den konstruktiven Blick nach vorn, der ohne den Blick zurück nicht funktionieren kann.