Veranstaltungsort: Zentralbibliothek der Stadtbüchereien Düsseldorf im KAP1, Konrad-Adenauer-Platz 1, 40210 Düsseldorf
In ihrer Lecture-Performance erzählen die beiden ukrainischen Künstler Andrii Dostliev und Lia Dostlieva die Geschichte eines Fotostudios aus der Kleinstadt Swjatohirsk in der Ostukraine. Über Jahrzehnte hinweg verkaufte dieses Studio erfolgreich Foto-Souvenirs an Touristen. Dabei kamen verschiedenste Techniken der Bildbearbeitung zum Einsatz – von gemalten Hintergründen und manueller Kolorierung bis hin zu einer für die Sowjetukraine beispiellosen Methode der kommerziellen Fotografie: der Erstellung von Kompositbildern aus zwei unterschiedlichen Negativen. Diese kombinierten ein Porträt (einer Einzelperson oder einer Gruppe, aufgenommen im Freien an einem beliebigen Ort oder im Studio) mit einer ikonischen Ansicht des auf einem Berg gelegenen Klosters von Swjatohirsk. Andrii Dostliev und Lia Dostlieva interpretieren diese Geschichte als eine Form der »volkstümlichen Moderne« (vernacular modernism), die in einem indirekten Gegensatz zum offiziellen modernistischen Projekt des Sowjetstaates stand.
Andrii Dostliev ist ein vielfach ausgezeichneter Künstler, Kurator und Fotografiewissenschaftler, der u. a. 2024 auf der Kunstbiennale in Venedig im ukrainischen Nationalpavillon ausstellte. Lia Dostlieva ist eine vielfach ausgezeichnete Künstlerin, Kulturanthropologin und Essayistin, die u. a. auf der Kunstbiennale in Venedig im ukrainischen Nationalpavillon ausstellte. Beide ukrainischen Künstler leben derzeit in Polen und Berlin.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe »Ukraine is here« der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, der Karl Arnold Stiftung und des Generalkonsulats der Ukraine in Düsseldorf zusammen mit den Stadtbüchereien Düsseldorf, Respekt und Mut Düsseldorf, dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Düsseldorf–Czernowitz e. V., dem Studyon Institut für Sprache und Interkultur Düsseldorf, Ridne Slowo e. V. sowie mit Kofinanzierung der Europäischen Union statt.
In der Reihe »Ukraine is here« kommen namhafte ukrainische Autorinnen und Autoren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kulturschaffende zu Wort. Die Reihe »Ukraine is here« stellt die Geschichte, Kultur und Sprache der Ukraine vor und lädt oft zusätzlich einen (nicht ukrainischen) Gast zum Dialog ein.
