Am 29. Oktober 1892 wurde Ottilie Kafka, genannt Ottla, die jüngste und liebste Schwester von Franz Kafka geboren. Sie nahm einen besonderen Platz im Leben des Schriftstellers ein. Das Theaterstück widmet sich ihrem bewegten Leben in Prag mit der Familie und ihrer Deportation nach Theresienstadt.
Bei ihrer Ankunft im Ghetto übernimmt Ottla die Betreuung von Kindern im Waisenhaus. Dort begegnet sie dem jüdischen Lagerarzt Felix Hershkovitz, der das Lager überlebt und später Ottlas Töchtern von seinen Erinnerungen an ihre Mutter berichtet. Besonders eindrücklich sind die erhaltenen Briefe Ottlas an ihre beiden Töchter in Prag – unmittelbare Zeitzeugnisse, die die Geschehnisse und ihre innere Haltung nachvollziehbar machen.
Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als sich Ottla freiwillig meldet, um einen Kindertransport jüdischer, polnischer Kinder nach Auschwitz zu begleiten. Felix versucht sie davon abzuhalten, um ihr Leben zu retten. Doch Ottla bleibt ihrer Entscheidung treu. Ihre geistige Verbindung zu Franz Kafka war auch in dieser Zeit allgegenwärtig. Im Stück ist er durch seine Zitate präsent.
Alle drei Schwestern Franz Kafkas wurden in der Shoa ermordet. Das Stück macht dieses Schicksal sichtbar und verleiht Ottla eine Stimme, die bis heute nachhallt.
Ensemble: rimon productions
Regie: Britta Shulamit Jakobi
Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e. V. und Düsseldorfer Beiträge »Respekt und Mut«
