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1955 in Moskau: Adenauer, Bulganin, Malenkow und Chruschtschow, Wikipedia
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Zweitrangig? Konrad Adenauers Ostpolitik.

Ein Seminar zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers (1876-1967)

Veranstaltungsort: Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

Der erste Regierungschef der gerade gegründeten Bundesrepublik Deutschland wird bis heute hinsichtlich der Außenpolitik meist sofort mit dem Stichwort »Westintegration« in Verbindung gebracht. Dies gewiss zu Recht, aber Adenauer hatte den Blick selbstverständlich auch nach Osten zu richten. Mit der DDR war zeitgleich ein zweiter deutscher Staat unter der Kontrolle der Sowjetunion entstanden, zudem war die Frage der Zukunft der früheren deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße mindestens aus der Sicht der Mehrheit der mehr als acht Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen offen, die unfreiwillig von dort nach Westdeutschland gelangt waren. Und zudem handelte es sich bei diesen zugleich um eine sehr große Bevölkerungsgruppe von hoher sozial- und innenpolitischer Relevanz.

Das Seminar nimmt Konrad Adenauers nach Osten gerichtetes (außen-)politisches Programm in den Blick und fragt nach dessen Stellenwert in der Gesamtpolitik des ersten Bundeskanzlers. Außerdem beleuchtet es die Vertriebenenpolitik in den beiden ersten Legislaturperioden 1949-1957.

Programm:

Mittwoch, 04. Februar 2026

13.30 – 13.45 Uhr: Begrüßung und Einführung (Nicola Remig, Dokumentations- und Informationszentrum von Haus Schlesien/Prof. Dr. Winfrid Halder, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf)

13.45 – 14.45 Uhr: Fast ein Jahrhundertleben. Stationen und Kontexte der politischen Biographie Konrad Adenauers im Überblick
(Prof. Dr. Halder)

Konrad Adenauer, der 1967 im Alter von 91 Jahren starb, war Zeitgenosse von vier sehr unterschiedlichen politischen Systemen in Deutschland und er war politischer Akteur in allen vier Systemen. Der Vortrag richtet sich auf politische Prägungen und zentrale Stationen im Werdegang Adenauers.

14.45 – 15.00 Uhr: Kaffeepause

15.00 – 16.15 Uhr: Konrad Adenauer (1876-1967) und Wilhelm Pieck (1876-1960) – Parallele Leben, entgegengesetzte Wege
(Dr. Christopher Beckmann, Konrad-Adenauer-Stiftung)

Im Unterschied zum Kölner Adenauer stammte Wilhelm Pieck aus der 1945 von der Besetzung und Teilung Deutschlands direkt betroffenen brandenburgischen Kleinstadt Guben. Die Stadt war unvermittelt Grenzstadt, ihr östlich der Oder gelegener Teil fiel an Polen. Pieck, der nur zwei Tage älter als Adenauer war, hatte frühzeitig politisch einen völlig anderen Weg eingeschlagen. Nahezu zeitgleich übernahmen dennoch beide politische Spitzenämter in den soeben gegründeten zwei deutschen Staaten. Somit stehen beider politische Biographien für fundamental verschiedene Möglichkeiten der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert.

16.15 – 17.30 Uhr: Adenauer und die Westintegration. Das dominante Konzept?
(Prof. Dr. Guido Thiemeyer, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Die Integration des jungen westdeutschen Teilstaates in den von den USA angeführten Staatenverbund gehörten zu den zentralen Anliegen des ersten Bundeskanzlers. Der Vortrag beleuchtet Elemente und Gewichtung der Westintegration in Adenauers politischem Gesamtkonzept.

18.00 – 19.00 Uhr: Abendessen im Haus Schlesien

19.30 – 20.45 Uhr: Hans Lukaschek (1885-1960) und die Vertriebenenpolitik der Regierung Adenauer 1949-1957
(Dr. Guido Hitze, Landeszentrale für politische Bildung NRW)

Der hohe Stellenwert der Vertriebenenpolitik in der jungen Bundesrepublik wurde auch durch die Schaffung eines eigenständigen Ministeriums dafür sichtbar. Adenauer hatte für dessen Leitung unterschiedliche personelle Optionen und entschied sich für Hans Lukaschek, den früheren Oberpräsidenten der Provinz Oberschlesien und Angehörigen des Widerstandszirkels »Kreisauer Kreis«. Lukaschek oblag die Schaffung der Grundlagen der Integration von mehr als acht Millionen unfreiwilligen »Zuwanderern«.

Donnerstag, 05. Februar 2026

07.30 – 08.30 Uhr: Frühstück

08.30 – 10.30 Uhr: Transfer zum Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf (optional für Teilnehmer mit ausreichender Fitness als Fußwanderung, auch wetterabhängig), sonst mit öffentlichen Verkehrsmitteln

10.30 – 10.45 Uhr: Begrüßung durch Dr. Sabine Schößler, Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus

Zwischendurch kurze Kaffeepause

11.00 – 13.00 Uhr: Akzente der Ostpolitik Adenauers. Vortag und Führung durch das Wohnhaus
(Dr. Holger Löttel, Stiftung Konrad-Adenauer-Haus)

Konrad Adenauer hat das Haus in Rhöndorf von 1937 bis zu seinem Tod bewohnt. Bald danach begann der Aufbau einer Gedenkstätte, die das original erhaltene Wohnhaus und einen Museumsbau in unmittelbarer Nähe umfasst. Der dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätige Dr. Holger Löttel nimmt in seinem Vortrag Aspekte der Adenauerschen Außenpolitik auf und erläutert beim Rundgang durch das Haus biographische Stationen.

13.10 – 14.20 Uhr: Möglichkeit zum Mittagessen (Café Profittlich, Rhöndorf) (Selbstzahler)

14.30 – 15.00 Uhr: Abschlussrunde, anschließend Rückkehr zum Haus Schlesien
(öffentliche Verkehrsmittel, Ankunft ca. 15.45 Uhr) oder Heimreise

Teilnahmegebühr: 145 € pro Person (1 Übernachtung mit Frühstück, 1 Abendmenu und 1 Mittagessen, Pausenversorgung mit Kaffee, Mineralwasser, Gebäck), ohne Übernachtung 90 € pro Person, für Mitglieder des Vereins HAUS SCHLESIEN 125 € bzw. 80 €.

Verbindliche Anmeldung bitte unter 02244 886 231 oder kulturhausschlesiende

Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, HAUS SCHLESIEN und Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus