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Ausstellung: »Gemalte Gebete«. Traditionelle Wandmalereien in Synagogen der ukrainischen Bukowina

Laufzeit der Ausstellung: 19. Mai bis 31. Juli

Die Ausstellung präsentiert Wandmalereien ausgewählter Synagogen im ukrainischen Teil der Bukowina. Sie basiert auf den langjährigen kunsthistorischen Forschungen von Eugeny Kotlyar sowie auf einer neuen fotografischen und digitalen 3D-Dokumentation. Diese machen sowohl die Vielfalt und künstlerische Bedeutung dieser Malereien als auch die Bedrohung dieses bedeutenden kulturellen Erbes der Bukowina sichtbar. Die Synagogen werden vor dem Hintergrund der jüdischen Geschichte und Kultur der Region präsentiert.

Die Ausstellung hat multimedialen Charakter: Die Fotografien werden durch historisches Bildmaterial, Rekonstruktionszeichnungen und erläuternde Texte ergänzt. Diese erklären unter anderem die Symbolik der Synagogenwandmalereien und stellen bedeutende Persönlichkeiten jüdischer Kultur der Bukowina vor. Ein besonderes Highlight sind die 3D-Aufnahmen der Synagoge in Nowoselitza, die in Kooperation mit dem Architekturinstitut der Hochschule Mainz und der ukrainischen Firma Skeiron entstanden sind. Zudem werden Aufnahmen gezeigt, die die künstlerische Aneignung der Wandmalereien durch Studierende der Staatlichen Akademie für Design und Kunst Charkiw dokumentieren.

Die Ausstellung ermöglicht einen Blick auf die osteuropäische Tradition der Synagogenwandmalerei und ihre regionalen Besonderheiten. Eine Analyse der Ikonografie, Semantik und künstlerischen Gestaltung eröffnet den Besucherinnen und Besuchern einen Zugang zum tiefen spirituellen Gehalt und zum sozialen Wert dieses kulturellen Erbes des östlichen Europas, das durch den Holocaust und die autoritären Nachkriegsregime weitgehend zerstört wurde und durch den aktuellen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erneut gefährdet ist.

Die Ausstellung wurde von Prof. Dr. Aleksandra Lipińska (Kunsthistorisches Institut, Universität zu Köln) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Lehmann (Martin-Buber-Institut für Judaistik, Universität zu Köln) kuratiert und vom Kunsthistorischen Institut und dem Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln, dem Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie dem Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine gefördert.

Die Voraussetzungen und inhaltlichen Erarbeitungen erfolgten durch den Direktor des Museums für die Geschichte und Kultur der bukowinischen Juden in Czernowitz, Mykola Kuschnir, durch Prof. Eugeny Kotlyar (Lehrstuhl für Monumentalmalerei der Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw) in Kooperation mit Prof. Dr. Stephan Hoppe (Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München), Dr. Jan Lutteroth (Architekturinstitut der Hochschule Mainz und Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Marburg) sowie Dr. Andreas Pfützner (Martin-Buber-Institut für Judaistik, Universität zu Köln).

 

 

 

ⓘ Kontakt Ausstellung und Sammlung

Dr. Katja Schlenker
Tel. 0211 / 16991-23
E-Mail: schlenkerg-h-hde