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Totgesagte leben länger, oder: Stalin forever. Zum Umgang mit Stalin und dem »Großen Vaterländischen Krieg«.

Vortrag von Prof. Dr. Beate Fieseler (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, begann der Angriff NS-Deutschlands auf die von Diktator Josef Stalin beherrschte Sowjetunion. Anfangs schien es möglich, dass auch die Sowjetunion – wie zuvor die meisten europäischen Staaten – in einem »Blitzkrieg« besiegt werden würde. Schon im Winter 1941/42 bahnte sich indes die deutsche Niederlage an. Stalin befand sich im Mai 1945 nach dem Sieg über NS-Deutschland auf dem Zenit seines nationalen und internationalen Ansehens. Eine große Siegesparade, Filme, Plakate und Denkmäler ehrten den Generalissimus. Doch schon 1948 wurde der Siegestag am 09. Mai als arbeitsfreier Feiertag abgeschafft, öffentliches Gedenken an den Krieg fand, abgesehen von den Lobpreisungen Stalins, nicht mehr statt. Das änderte sich erst unter Leonid Brežnev-Zeit, der einen pompösen Kult um den Sieg etablierte. Während sich die Debatten in der Perestrojka im scharfen Kontrast dazu auf die Schattenseiten des Krieges und den hohen Preis für den Sieg konzentrierten, nimmt Stalin heute wieder einen festen Platz in der offiziellen staatlichen Kriegserinnerung ein.

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