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»Oma kommt aus Schlesien«.

Die Erinnerung der zweiten Generation

Ein Seminar für die Kinder und Enkel der Vertriebenen und alle Interessierten am 16. und 17. Oktober  im HAUS SCHLESIEN, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter-Heisterbacherrott u. a. mit Prof. Dr. Winfrid Halder

Herkunftsgeschichten bewegen Familien – bis heute sind Fluchtschicksale dabei von großer Aktualität. Fragen nach Herkunft, Heimat und Identität sind jedoch selten eindeutig zu beantworten, besonders dann, wenn ein Teil der Vorfahren aus einer anderen Region kam. Mehr als 25 Prozent der Deutschen geben an, dass sie selbst oder ein Familienmitglied zu den deutschen Heimatvertriebenen zählen. Aufgewachsen mit den Geschichten »aus der Heimat« oder auch nur mit einem undefinierbaren Gefühl, nicht hierher zu gehören: Viele Kinder und Enkel tragen an der Last der Erinnerungen und den Traumata der vertriebenen Vorfahren. Die Erfahrungen der Erlebnisgeneration haben ihre Spuren hinterlassen und prägen oft unbewusst bis heute ihr Leben und ihre Familien. Auch wenn sie bereits in der »neuen Heimat« geboren wurden und keine eigenen Erinnerungen an Schlesien haben, übertrugen sich die Fluchterfahrungen und das Fremdheitsgefühl der Eltern auf die Nachkommen. Die aus der Erfahrung der Entwurzelung heraus entwickelten Verhaltensweisen und Ängste haben sich teilweise bis in die Enkelgeneration »vererbt«.

Das Seminar von HAUS SCHLESIEN und dem Kulturreferenten für Oberschlesien behandelt exemplarisch anhand der erzwungenen Fluchtsituation aus Schlesien Erfahrungen und Erkenntnisse zum Umgang mit Flucht und Vertreibung in den Familien. Einführende Fachvorträge von Wissenschaftlern und Autoren befassen sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten und legen eine fundierte Grundlage für die jeweils anschließenden Gesprächsrunden, in denen die Teilnehmer die Thesen diskutieren und eigene Erfahrungen und Eindrücke austauschen können. Neben der Möglichkeit, anhand des vermittelten Wissens die Situation der Erlebnisgeneration aber auch die eigenen Erfahrungen nachvollziehen und einordnen zu können, soll vor allem der Austausch untereinander dazu beitragen, die individuelle Familiengeschichte aufzuarbeiten, sich mit den Gefühlen von Heimatlosigkeit auseinanderzusetzen und eigene Verhaltensmuster zu verstehen.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten. Die Anzahl der Teilnehmerplätze ist begrenzt.

Anmeldung zwingend erforderlich!

 

PROGRAMM

Samstag 16.10.2021

14.00 Uhr

Begrüßung und Einstieg in das Thema. Erwartungen der Teilnehmer an das Seminar

Nicola Remig, Dokumentations- und Informationszentrum im HAUS SCHLESIEN

Dr. David Skrabania, Kulturreferent für Oberschlesien, Ratingen

THEMA HEIMATVERLUST

14.30 Uhr

Omas Weg nach Westen. Flucht, Vertreibung, Aussiedlung, Integration von 3,2 Mio. Menschen aus Schlesien 1945-1965.

Prof. Dr. Winfrid Halder, Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf

Anschließend Moderierte Gesprächsrunden mit Kaffee zum Thema Heimatverlust

THEMA FAMILIENGEDÄCHTNIS

16.30 Uhr

Spätfolgen von Flucht und Vertreibung für drei Generationen.

Dr. med. Bertram von der Stein, Psychotherapeut, Köln

Anschließend Moderierte Gesprächsrunden mit Kaffee zum Umgang in zweiter und dritter Generation mit dem Vertreibungsschicksal

19.00 Uhr Abendessen, anschließend gemütliches Beisammensein oder optional Filmvorführung: »Meine Oma in Schlesien«, ein Dokumentarfilm der Enkelin Clara Hahn.

THEMA INTEGRATION UND ERINNERUNG

Sonntag 17.10.2021

9.00 Uhr

Ein Stück Heimat in der Fremde. Die Bedeutung von Erinnerungsorten für die Vertriebenen.

Silke Findeisen, Dokumentations- und Informationszentrum im HAUS SCHLESIEN

9.30 Uhr

Hinter dem gläsernen Berg. Heimat-Konzepte in der »schlesischen« Literatur nach 1945.

Dr. Renata Dampc-Jarosz, Kattowitz

Anschließend Moderierte Gesprächsrunden mit Kaffee zum Thema Ankommen.

11.30 Uhr Führung durch die Ausstellung: HAUS SCHLESIEN als Ort der Erinnerung.

Silke Findeisen, Dokumentations- und Informationszentrum im HAUS SCHLESIEN

12.30 Uhr Mittagessen

THEMA SPURENSUCHE

14.00 Uhr

Rückkehr nach Rosenthal. Auf den Spuren der Flucht meines Vaters.

Christiane Hoffmann, Berlin

Anschließend Gemeinsames Gespräch zum Thema Spurensuche. Resümee des Seminars.

Ende gegen 16.30 Uhr

 

PREISE

Tagungspauschale 75 € (für Mitglieder des Vereins HAUS SCHLESIEN 65 €) inkl. Programm, zwei Mahlzeiten und drei Kaffeepausen.

Tagungspauschale mit Übernachtung im Einzelzimmer inkl. Frühstück 120 € (für Mitglieder des Vereins HAUS SCHLESIEN 110 €).

 

ZEITRAUM

Beginn: Samstag, 16. Oktober 2021, 14.00 Uhr

Ende: Sonntag, 17. Oktober 2021, 16.00 Uhr

 

KONTAKT

Weitere Informationen und Anmeldung unter:

kultur@hausschlesien.de oder 02244 886 232.

 

VERANSTALTUNGSORT 

HAUS SCHLESIEN, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter-Heisterbacherrott