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Ausstellungsraum

Hoffnung von Millionen.

Jüdische Lebenswege zur Internationalen Flüchtlingskonferenz von Évian 1938.

Verlängert bis Ende Januar 2021!

Évian-les-Bains, Juli 1938, ein gediegener Kurort am Genfer See, Vertreter von 32 Nationen streiten über Einreisebedingungen und Aufnahmequoten für die jüdischen Flüchtlinge. Spätestens seit Frühjahr 1938 versuchen zehntausende Juden verzweifelt aus Deutschland und Österreich zu fliehen, um den Demütigungen, Verfolgungen, Morden zu entkommen. Der amerikanische Präsident Roosevelt schlägt die Einberufung einer internationalen Flüchtlingskonferenz vor. 32 Länder folgen der Einladung, beobachtet von mehr als 200 akkreditierte Journalisten. Keine offizielle Einladung erhalten die eigentlich Betroffenen, die jüdischen Flüchtlinge. Doch reisen Vertreter von 39 jüdischen Organisationen an. Ein Subkomitee wird zusammengestellt und einzelne Vertreter tragen ihre Anliegen an einem Tag im Fließbandtempo der Konferenz vor. Ihre Vorschläge kommen aus profunder Kenntnis der Situation, finden Eingang in Protokolle und Memoranden – mehr allerdings nicht. Am 15. Juli 1938 endet die internationale Flüchtlingskonferenz von Évian. Ihr Ergebnis zerstört nicht nur die »Hoffnung von Millionen«.

Aus heutiger Sicht versagte die Weltgemeinschaft völlig. Die teilnehmenden Staaten verweigerten den Juden die Zuflucht in höchster Gefahr. Was folgt, ist die ungehinderte systematische Verfolgung und der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung in Europa durch das nationalsozialistische Deutschland bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945. 1948 wird der Staat Israel gegründet, eine späte Antwort.

Wer waren die Vortragenden, Beobachter und Vertreter des jüdischen Subkommitees? Was wissen wir über ihre Lebenswege? Welche Positionen vertraten sie vor und nach der Konferenz von Évian? Welche Folgen hatte das Ergebnis der Konferenz für sie ganz persönlich? Umfangreiche Recherchen für die Ausstellung ermöglichen die Aufzeichnung von elf Lebenswegen jüdischer Protagonisten, unter ihnen bekanntere Namen wie Golda Myerson (Meir), Otto Hirsch, Nahum Goldmann und weniger bekannte wie Jacob Teitel, Rabbi Jonah B. Wise, Friedrich Reichmann und Kurt Blumenfeld.

Die Ausstellung, kuratiert von Dr. Katja Schlenker und Christina Klein unter Mitwirkung von Florian Christopher Weegen und Werner Schwabe, wird unterstützt vom Landschaftsverband Rheinland.

Laufzeit der Ausstellung: 1. Oktober bis 20. November 2020

Veranstaltungsort: Ausstellungsraum

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
Bismarckstr. 90
40210 Düsseldorf
Erdgeschoss

weitere Informationen: Ausstellungsraum

Veranstalter: Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus | Deutsch-osteuropäisches Forum

Das Gerhart-Hauptmann-Haus. Deutsch-osteuropäisches Forum (früher „Haus des Deutschen Ostens“) ist Sitz der gleichnamigen Stiftung und befindet sich an der Bismarckstraße 90 in Düsseldorf. Der Bau wurde von Walter Kroner und Bruno Lambart von 1960 bis 1962 erbaut. Die Stiftung dient der Auseinandersetzung mit der europäischen und deutschen Zeitgeschichte und weist eine umfangreiche Spezialbibliothek zur Geschichte Ostmittel- und Osteuropas auf.

weitere Informationen: Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus | Deutsch-osteuropäisches Forum

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